Band 
Dritter Theil.
Seite
46
JPEG-Download
 

46

Erstes Kapitel.

Heinrich IV. empfing am 22. März diese Erklärung. Da ersoeben die befriedigendsten Nachrichten von Joyeuse erhalten hatte,so brauchte er nur mit einen: ironischen Danke für die offenherzigeErklärung seines Binders von Spanien und mit dem Hinweisezu antworten, daß es vielmehr mit der Beilegung des Zwistesrecht gut stehe und die spanische Rüstung deshalb unnöthig seinwerde, st

Der päpstliche Hof hatte sich inzwischen in peinlichster Auf-regung befunden. Lange Zeit hörte man gar nichts von demFortschreiten der Verhandlungen in Venedig. Der Margues vonAytona hatte das benutzt, um den Papst zu überreden, derfranzösische König wünsche nur die Dinge in die Länge zu ziehen,damit die günstige Jahreszeit vorübergehe und so die kostspieligenspanischen Rüstungen vergeblich seien. In der That wurde Paulselbst sehr ungeduldig und verglich die Unterhandlungen mit einemlangsamen Fieber, dem er aber bald ein Ende machen werde!Um so freudiger überraschten die endlichen Nachrichten von demvielseitigen Nachgeben der Venetianer dem Kardinal v. Zoyeusegegenüber. Selbst dem durchaus spanisch gesinnten Geschäftsträgerdes Erzherzogs Albert drückte der Papst immer wiederholt seinehohe Freude aus, daß jetzt der ganze Streit aus wenige Punktezurückgeführt sei, zu deren Begleichung er den Kardinal noch ein-mal nach Venedig senden wolle. Paul V. schien bereits, keinenZweifel daran zu haben, daß der Friede in kürzester Frist zuStande kommen werde.

Freilich mußte er zu diesem Behufe sich noch zu Konzessionenentschließen, von deren ganzer Ausdehnung er einstweilen keinengenügenden Begriff hatte?) Am 23. März hatte Joyeuse seine

st Ns. Instruktion an Zrraraga, Madrid 2. März; Paris,. N. A. K.1452. —- Ns. Dep. Jrraraga's v. 22. März. — KIs. Dep. Pecquius' v.23. März.

st Ns. Dep. Ortemberg's v. 10., 23., 31. März. — De Fresnes andu Perron, 17. März, u. Dep. du Perron's o. 7., 20. März; Mz;. äs II. I>.k>. 1071, 1079 a.