Band 
Dritter Theil.
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Venedig und (ürandünden.

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Vergleichsvorschlag hinausging: aber beide hatten gar keine allge-meine, prinzipielle, für die Zukunft irgend wichtige und bindendeBedeutung. Selbst am kaiserlichen Hefe in Prag rief man aus:„entweder habe der Papst bei seinem Bruche mit den Bcnetianernungebührliche Forderungen aufgestellt, oder er habe ungehörige Zu-geständnisse gemacht in den Bedingungen des Friedens!"

Das Papstthum kennte sich zu dem Ausgange dieses Streiteswahrlich nicht Glück wünschen. Wohin waren die Träume der Welt-herrschaft gerathen, mit denen sich ein Sirius V., ein Gregor XIV.noch einmal hatten tragen dürfen? Das Papstthum mußte miteiner kleinen katholischen Republick völlig wie mit seinesgleichenverhandeln, ja es hatte sich ihr nicht einmal gewachsen gezeigt.Es erschien bannt als eine der geringern europäischen Mächte, ohnewirklich bedeutsamen Einfluß auf die Geschicke des Erdtheiles. DieDemüthigung des Papstthumes in diesem Streite war für die beidennächsten Jahrhunderte von wichtigster, bisher noch nicht genügendanerkannter Bedeutung. Nicht nur wagte es dasselbe nie wieder,einen Staat mit dem Interdikt zu belegen; sondern es datirtauch von hier die verhältnismäßige Bedeutungslosigkeit, in die dasPapstthum nun mehr und mehr versinkt — bis zu der Reaktion,die im Beginne unseres Jahrhunderts auf die französische Revolu-tion erfolgte; eine Bedeutungslosigkeit, die auf dem Hintergründedes dreißigjährigen Religionskrieges nur um so greller hervortritt.

Fiel doch auf das Papstthum zugleich der herbe Schlag zurück,den die Jesuiten erlitten! Sie hatten am französischen wie amspanischen Hofe ihren ganzen Einfluß aufgeboten, um ihre Wieder-aufnahme auf venetianisches Gebiet zur oonckitio mim <pn> nnn desAusgleiches zu machen. Indeß so günstig ihnen auch sonst der fran-zösische König gesinnt war: das Interesse, das er am Zustande-kommen des päpstlich-venetianischcn Ausgleiches hatte, war doch zugroß, als daß die Wünsche der Jesuiten dagegen in Betracht ge-kommen wären. Nun hofften die Jesuiten wenigstens auf den

Beistand der spanischen Regierung, der sie in der That stets die

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