Band 
Dritter Theil.
Seite
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Erstes.Kapitel.

wichtigsten Dienste geleistet hatten. Indeß hier that ihnen wieder— wie der veuetianische Gesandte Francesco Priuli ausdrücklichbezeugt — der Umstand Abbruch, daß ihre Ordensbruder als un-ruhige und aufrührerische Unterthanen aus Venedig verbannt waren;und solche zu unterstützen hatte man in Madrid durchaus keine Lust.Wie hatten die Jesuiten über ihre Zulassung in Frankreich als einenherrlichen Sieg ihres Ordens triumphirt! Jetzt waren sie aus einemganz katholischen Lande, in dem sie bedeutende Besitzungen gehabthatten, aus immer ausgeschlossen worden, und — was noch härterwar — es hatte sich gezeigt, daß sie weder am päpstlichen nocham französischen oder spanischen Hofe entfernt den Einfluß besaßen,den zu üben sie behauptet hatten!

Vielmehr war man in Spanien mit dem Abschlüsse dieserganzen Angelegenheit nicht unzufrieden. Einmal war auf besondernBefehl des französischen Monarchen dem Don Franeisco de Castroin Venedig und dem Marques von Aytona in Rom ein gewisserAntheil an den Friedcnsformalitäten gelassen worden, so daß auchdie Signorie dem madrider Hofe nicht weniger als dem pariserihren Dank aussprach; und andrerseits waren der König und Lermafroh, der Gefahren, Sorgen und Kosten eines Krieges überhobenzu sein. Lerma hatte am Frieden noch das besondere Interesse,daß sein Neste Castro bei dem Abschlüsse desselben betheiligt ge-wesen war. Ueberhaupt sah man es nicht ungern, daß die geistlicheAnmaßung, die man auch in Spanien vielfach zu bekämpfen hatte,eine derbe Niederlage erlitten. Sowie sichere Nachricht von DonFrancisco über die Beilegung des Zwistes in Madrid eingelaufenwar, wurde Graf Fuentes angewiesen zu entwaffne». Dieser Be-fehl behagte freilich dem alten wilden Kriegsmanne wenig, dergern das Schwerck für die Kirche und ganz besonders gegen Veue-tianer, Graubündner und Franzosen gezogen hätte. Auf die Nach-richt von der Nachgiebigkeit des Papstes und dem Abschlüsse derIlebereiukunft warf er voll Grimm seinen Hut auf die Erde undtrat zweimal darauf, indem er ausrief: niemals im Leben wolle