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Erstes Kapitel.
waren die Spanier stärker und unmittelbarer an den bündnerischenZuständen betheiligt, als ihre Gegner. Für jene war es ja über-aus wichtig, durch das Veltlin, das unter bünducrifcher Herrschaftstand, die einzig mögliche Verbindung zwischen den Ländern derdeutschen Habsburger und den spanischen Gebieten Jtalicn's her-zustellen. Es war für die habsburgische Gesammtvolitik geradezueine Lebensfrage, den Weg über das Stilfser Joch und entlangder obern Adda sich offen zu erhalten. Frankreich dagegen hatteau Graubündcn so zu sagen nur ein negatives Interesse. DerWeg nach Italien führte für französische Truppen nicht durch dasBündnerlaud, da durch das Gebiet der schweizer Allnrten ihneneine viel nähere und bequemere Straße frei stand. Auf die Bei-hülfe der Bündner, so schätzenswerth dieselbe an sich, war nichtviel zu geben, weil dieses kleine Volk, eigenwillig und trotzig, sichdurch äußerste Unbeständigkeit auf nicht gerade vorthcilhaftc Weiseauszeichnete. So hatte Frankreich hier nur den Wunsch, den Spa-niern die Passage durch das Veltlin zu sperren und ganz besonderszu verhüten, daß jene ihren weitem Plan, mit Hülfe des religiösenGegensatzes zwischen Veltlin und Granbünden das erstere in ihreunmittelbare Gewalt zu bekommen, ausführten. Noch lebhafteresInteresse hieran hatte ohne Zweifel das benachbarte Venedig.Aber- so vielfache Versprechungen dasselbe auch den von Fuentesbedrängten Bündnern gegeben, hatte es doch einstweilen nichtsWesentliches zu deren Vertheidigung gethan. So konnte Fuentes seingleichnamiges Fort behaupten, das er auf einem beherrschenden Hügelgerade an der Stelle angelegt hatte, wo die Adda aus dem breitenveltliner Thäte hervortritt, um sich in das sumpfige Nordende desEomer Sees zu ergießen, und wo zugleich die Splügenstraße vonChiavenna her in engem Passe an den letztem herantritt. Vene-dig blieb thatenlos, in der falschen Ansicht, daß Frankreich schondie Vertheidigung der Bündner hinreichend übernehmen würde,um die Kräfte Venedig's »»getheilt den Spaniern und Päpstlichengegenüber zu lassen. Frankreich aber hielt dafür, daß Venedig die