Band 
Dritter Theil.
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Zweites Kapitel.

niemanden nahe ihrem Herzen hatten, dem durch ihre Bemühungenund Sorgen hätte Nutzen geschaffen werden können. Zu diesenallgemeinen Erwägungen kamen noch besondere. Man erzählte sich,daß die Holländer in Verbindung mit den nordafrikanischen Ber-bern getreten wären und denselben Schiffe versprochen hätten, umviele taufende von ihnen nach der spanischen Küste überzusetzen.Dies Gerücht fand in Madrid und Brüssel Glauben und erwecktedort ernstliche Befürchtungen. Ebenso hatte man von Heinrich's IV.Absicht gehorch sich der Souveränität über die Niederlande zu be-mächtigen, und glaubte demnächst das Lilienbanner, umgeben von30—40,000 Streitern, an der Sndgrenze Belgicn's erscheinen, diegehorsamen Provinzen auf allen Seiten von furchtbaren Feindeneingeschlossen und damit ihren Verlust unzweifelhaft vor Augen zusehen. Alle diese Unistände machten zumal den Erzherzog Albertdurchaus dem Frieden geneigt. Er war bereit, den Staaten einewenigstens vorläufige Unabhängigkeit zuzugestehen, wenn diese aufdie südliche, noch spanische, Hälfte der Niederlande verzichten wollten.So begann er eine neue geheime Unterhandlung zu diesem Zwecke,freilich zunächst ohne viele Hoffnung auf Gelingen.

Der eifrigste Anhänger des Friedens in den spanischen Nieder-landen war der Feldherr Spinola selbst, der allerdings besser als jederandere die Schwierigkeit, den Krieg fortzusetzen, zu erkennen ver-mochte. Seine Reise nach Spanien im Beginn des Jahres 1006hatte den Zweck, die dortige Regierung von der Nothwendigkeiteines baldigen Friedensschlusses zu überzeugen, und wirklich gelanges ihm, von dem Könige eine allgemeine Ermächtigung zum Be-ginne betreffender Unterhandlungen zu erhalten. Seitdem setzte sich,schon im Frnbjahr >606, der Erzherzog in Verbindung mit einemgeldrischen Edelmann, Wallram Wittenhorst van der Horst, derunter den Machthabern der aufständischen Provinzen zahlreicheFreunde und Verwandte besaß. Auf sein Erbieten hatte ihm derErzherzog gestattet, sich unter dem Verwände von Privatangelegen-heiten nach dem Haag zu begeben und dort die einflußreicheren