Der niederländische Waffenstillstand.
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Persönlichkeit«.'» über die Fricdcnsfragc auszuhorchen: doch war erzunächst mit so allgemeinen Worten abgespeist worden, das; Albertihn hatte zurückkommen lassen, ohne viel von dieser Angelegenheitzu erhoffen. Aber im Beginne des Dezember erhielt Wittenhorstvon einem seiner Freunde im Haag ein Schreiben, das ihn auf-forderte, zu dem bevorstehenden Zusammentritte der Gcncralstaatcnnach jener Stadt zurückzukommen, da man allgemein dem Friedengeneigt schiene und er jetzt eine bessere AntwoA erhalten würde.Zu gleicher Zeit langte in Brüssel der Doktor Gevaerts an, welchemder Erzherzog gestattet hatte, im Namen der gehorsamen Provinzenden Frieden im Haag zu betreiben; man hatte ihm dort ohneUmschweife versichert, das; derselbe jetzt möglich sei, und besondersBaruevelt hatte ihm gesagt: er dürfe nach Brüssel berichten, siewürden gern über einen Waffenstillstand von drei bis vier Jahrenverhandeln, wenn der Erzherzog es wünsche — und zwar redeteBarnevclt in vollkommen Vertrauen erweckender Weise?)
Die Gründe für dies Entstehen einer mächtigen Fncdensparteiin Holland sind unschwer zu finden. Indem die Steuern all-jährlich wuchsen — mußten doch allein für die Zinsen der Staats-schuld jedes Jahr 2,400,000 Gulden gezahlt werden! — dieKriegscreignissc immer ungünstiger wurden, Hoffnung auf Hilfenirgends vorhanden war: mußte sich den Holländern allmählichdie Ueberzeugung aufdrängen, daß sie erreicht hätten, was in ihrenKräften stand, und daß sie auf Eroberung auch der südlichenProvinzen zu verzichten hätten. Weshalb aber sollte man da nichtversuchen, sofort Frieden auf Grund der gewonnenen Ergebnisse:der vollen Freiheit der nördlichen Provinzen innerhalb ihrer jetzigenGrenzen, zu schließen, anstatt sich nock Jähre lang den Wechsel-fällen des Krieges zu überlassen? Was aber den Ausschlag gab,war zweifellos die Haltung des französischen Königs. Indem er
0 Erzh. All'crt an Lerma, 21. Dcz. 1606; Documenlos inöäitos parala Iiiütoria Ne Lspana, XI.III. (Madrid 1863) 23 1.