Band 
Dritter Theil.
Seite
101
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zial- und Stadtbehörden sich eidlich verpflichteten, nicht ohne seineZustimmung Frieden zu schließen, und daß man ihm für einenKrieg Frankreich's gegen Spanien oder dessen Verbündete gleich-falls Beistand verspreche. Nebrigens sollten die französischen Be-vollmächtigten auch mit den Abgesandten des Erzherzogs, wennauch in aller Vorsicht, möglichst freundlichen Verkehr unterhalten?)— Alan kann durchaus nicht sagen, daß diese Instruktionen, dieganz vertraulicher und geheimer Natur waren, von kleinlichen oderunehrenhaften Gesichtspunkten ausgingen. Der Erfolg in der vene-tianischen Sache, dessen sich die Franzosen so gern rühmten, hatteohne Zweifel Heinrich Geschmack an der Rolle des Friedensstiftersfinden lassen.

Durch die großen Zugeständnisse des Erzherzogs an die „Re-bellen" war der vierzig Jahre hindurch von Spanien bekämpfteAufstand nachträglich gebilligt, Spanien's Niederlage in dem hart-näckigen Kriege anerkannt worden. Damit waren auch die stolzenPläne spanischer Weltherrschaft für immer verflogen. Der Erz-herzog hatte diese ungeheure Konzession gemacht, ohne die Zu-stimmung des Königs von Spanien, seines Souveräns, abzuwarten;er hatte eine Verantwortung übernommen, die wohl dem Buch-staben, aber sicher nicht dem Geiste seiner Vollmachten gemäß war.Er war deshalb auch ziemlich ängstlich, von Madrid eine ernsteRüge zu erfahren. Infolge dessen begleitete er seinen Bericht anden König mit einem recht demüthigen Schreiben an den allmäch-tigen Minister, einem Schreiben, dein man die Besorgniß desVerfassers, desavouirt und streng getadelt zu werden, deutlich an-merkt. Jener Waffenstillstand sei nur geschlossen worden, umSe. Majestät nicht mehr durch das beständige Verlangen nachkräftigerer Unterstützung zu „ermüden". Um diesen furchtbarenUebelstand fürder zu vermeiden, habe man mit dem Friedens-geschäfte so weit gehen müssen, wie man in der That gegangen

U Jnstr. vom 22. April; Netitol, LIemoires, II, XII, 466—495,