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Zweites Kapitel.
sei! 0 Auch den fremden Mächten gegenüber machte die belgischeRegierung ein sehr verlegenes Gesicht. Pecquius in Paris solltegar nicht von der Angelegenheit reden; und in dem allerdings sehrwahrscheinlichen Falle, daß der König oder seine Minister ihn aufdieselbe bringen würden, sollte er nicht von einem „Waffenstill-stände" (trövo), sondern nnr von einem „Aufschübe der Feind-seligkeiten" (snspension ä'nrnnzZ) sprechen und hervorheben, daßderselbe eben nur auf acht Monate festgesetzt sei?) Indeß, damitließen sich selbstverständlich die französischen Staatsmänner nichttäuschen. Vielmehr sprach Villeroy sich gegen den spanischen Ge-schäftsträger völlig überzeugt von dem Zustandekommen des Frie-dens aus, welchen der König begünstigen werde. Es war dasernstlicher gemeint, als der Spanier glaubte?) Am 6. Mai reistenJeannin und Buzenval sowie der zum ordentlichen französischenGesandten bei den Staaten bestimmte Herr v. Rufst), ein Hngenottaus der Chamragne, nach dem Haag ab. Pecquius erhielt vonHeinrich selbst die Versicherung, daß Frankreich alles aufbietenwerde, den Frieden herbeizuführen. Dennoch — setzte der König,der stets darauf bedacht war, den Erzherzog Albert mit den Spaniernzu entzweien, hinzu — dennoch werde der Friede nicht zu Standekommen, wenn der Erzherzog nicht alle Spanier und Italieneraus seinem Lande entferne. — In der That hatten Pecquius undseine Freunde Unrecht, wenn sie glaubten, daß Jeannin vor allemden Auftrag habe, die Friedensunterhandlungen zu stören?) Aller-dings wünschte Heinrich einstweilen den Frieden noch nicht auf-richtig; aber er hielt denselben für ziemlich unvermeidlich und wolltevor allem nicht als selbstsüchtiger Friedenstörer Mißtrauen erwecken.
Die einzige Hoffnung der auch unter den französischen Mi-
0 Erzherzog Albert an Lcrma, 18. April; p- 46 ff.
2) »48. Znstr. an Pecquius, 23. April (Wien).
2) »18. Dep. Jrraraga's vom 2. Mai 1607 (fälschlich unter 1605; Paris,Nat.-Arch. L. 1452,.
U »48. Dep. Pecquius' v. 6. 17. Mai lWien).