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lüstern noch sehr starken Kriegspartei stand bei Spanien. Wirklichhatten die spanischen Beamten und Oberosfiziere in Brüssel denWaffenstillstand durchaus gemißbilligt und über denselben in MadridKlage geführt; und zwar um so mehr, als der Erzherzog die vor-hergehenden Verhandlungen völlig geheim gehalten und in derganzen Angelegenheit nur Spinola, Richardvt — beide Nicht-spanier — und den Geheimsekretär Maneicidor zu Rathe gezogenhatte?) Ihre Beschwerden fanden in Madrid einen sehr günstigenBoden. Als die Nachricht von dem Abschlüsse des achtmonatlichenStillstandes daselbst anlangte, rief sie eine solche Aufregung hervor,daß der König eiligst von seinem Landsitze Aranjuez nach derHauptstadt zurückkam und seiner sonstigen Gewohnheit entgegenselbst den wiederholten Sitzungen des Staats- und des Kriegsrathesüber jenen Gegenstand beiwohnte. Besonders entrüstet war mandarüber, daß der Erzherzog den Landkrieg, der in den letzten Jah-ren für die Spanier erfolgreich gewesen, aufgegeben, den Seekriegaber hatte fortgehen lassen, der den Spaniern stets so ungünstigwar. Zuerst beschloß man deshalb, das Verfahren Albert's nichtzu ratifiziern, ja auf das unzweideutigste zu mißbilligen und ihmdie Verantwortlichkeit für den weiteren Gang der Verhandlungenganz allein z» überlassen. Zur Uebermittlung dieser königlichenEntschließung sollte der Kriegsrath Don Diego de Jbarra nachBrüssel abgehen. Derselbe nahm seine Familie und sein ganzesHaus mit; denn er sollte sich dauernd in Brüssel niederlassen,um den Erzherzog in spanischem Sinne zu beeinflussen und zumaldem friedliebenden und als Italiener trotz seiner außerordentlichenVerdienste allen Spaniern verdächtigen Marchese Spinola die Lei-tung der Geschäfte aus der Hand zu nehmen. Lerma enthielt auchdie Mißstimmung, die man in Madrid über den Waffenstillstandempfand, dem Erzherzoge keineswegs vor; unter dem Vorwande,demselben vertraulich „sein Herz ausschütten" zu wollen, eröffnete
>) IVI8. Dep. Pecqmuü' v. 6. Mai.