Band 
Dritter Theil.
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dessen völligem Abschluß man bereits täglich Nachricht zu empfangenhoffte. Allerdings waren viele Spanier von altem Schlage sobekümmert über die freilich ziemlich schmählichen Bedingungen,daß sie über diese Angelegenheit gar nicht reden hören mochten; aberjeder erkannte an, daß kein Mittel da sei, den Krieg fortzusetzen.Philipp III. selbst äußerte (Mitte Nov. 1607): er wolle ans alleFälle Frieden mit den Holländern, denn der Krieg mit ihnenbedeute im Grunde und verbüllt auch den Krieg mit Frankreich,England, Dänemark und vielen deutschen Fürsten. Einem solchenaber fühlte sich Spanien nicht mehr gewachsen.st

Wie in Madrid, so war man auch in Brüssel einsichtig genug,den während der französischen Bündnißverhandlnngen lediglichverdoppelten Freundschaftsversicherungen Heinrich's IV. und seinerMinister nur insofern zu glauben, als man dem französischenHerrscher nicht mehr Absichten auf die Störung des Friedenszutraute, ohne aber dabei seine einseitige Begünstigung der Holländerzu verkennen. Die Folge war, daß Pecquius sich Monate langvon jeder Zusammenkunft mit dem Könige fern hielt. Das warHeinrich überaus unangenehm. Sein Wunsch war, ebenso wie beider venetianischen Angelegenheit, wo er doch auch mehr nach dereinen — eben der venetianischen — Seite sich hingeneigt hatte,von beiden Parteien mit der Vermittlung beauftragt zu werdenund dadurch auch hier als der Schiedsrichter und FriedenstifterEuropa's zu erscheinen. Daß nun der Erzberzog und Spaniennicht so politisch einfältig waren, wie Paul V., ihre Sache ihremoffenbaren Gegner anzuvertrauen, versetzte Heinrich und seineMinister in einen Zorn gegen Belgien, den sie wohl auch etwasübertrieben, um damit desto mehr Eindruck hervorzubringen. Genug,Heinrich benutzte die Anwesenheit des belgischen JesnitenprovinzialsFlerontinus in Paris, nur demselben sein Herz über die ihm ver-

>) Dcp. Cornwallis' v. Nov.,

356 1 360.

1607; VVimv. LIem. II.