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Zweites Kapitel
meintlich von Albert angethane Beleidigung auszuschütten, indemletzterer ihn durchaus nicht zur Mitwirkung an dem Friedenswerkeaufgefordert habe. Ja über Pecquius' außerordentliche Zurückhaltungdrückte der König seinen Zorn vor einem Kreise von Hofleutenso unverhohlen und laut aus, daß Flerontinus, der dieser Szenebeiwohnte, ganz bestürzt über dieselbe war. Natürlich war siedarauf berechnet, Pecquius da und mit dem Erzherzoge zur Be-herzigung mitgetheilt zu werden. Dagegen wurden auch die freund-lichen Mittel nicht gespart, um Albert zu einer Sinnesänderungzu bewegen. Unmittelbar nach jenem stürmischen Borgange kamder einschmeichelnde Jesuit Cotton zu Pecquius und gab ihm aufdie liebenswürdigste Weise sein Bedauern über das abweisende Be-nehmen des Erzherzogs zu erkennen, da doch der König von ganzerSeele den Frieden anstrebe. Uebrigens konnte der päpstliche NunziusUbaldini diese Friedensliebe des französischen Herrschers lediglichbestätigen — denn er wünsche, den Holländern ihre bisher erlangtenVortheile ohne weitere Opfer zu bewahren — doch allerdingsmit der Einschränkung, daß Frankreich bei Abschluß desselben dieVermittlung erhalte, sonst würde es wohl manches thun, dieUnterhandlungen zu hindern und zu durchkreuzen.')
Aber weder die Zornansbrüche noch die Schmeicheleien desfranzösischen Monarchen vermochten den Erzherzog in seinen An-sichten über den Charakter der französischen Politik zu beeinflussen,vielmehr ertheilte er an Pecquius lediglich ausweichende In-struktionen; von irgend welcher greifbaren Aufforderung zur Ver-mittlung war nicht die Rede. Vielmehr beklagte gerade damalsAlbert sich durch den jetzt völlig für Spanien gewonnenen KardinalAldobrandini heimlich bei dem Papste über die von Heinrich IV.den Holländern beständig gewährte Gunst und Unterstützung. Manhielt es allerdings für gut, diese Mißstimmung nicht öffentlich
2 ) A8. Dep. Pecquius' v. 15. 17. Dez. (Brüssel). — Dep. llbuldini'S v.27. Dez.; I.es mLNLj-es'esp., p. 57