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Zweites.Capitel.
gegen Frankreich gerichteten Umtrieben zu verhindern. Eine solcheEpoche trat ein, als im Beginne des Sommers 1605 Heinrichdurch seine geschiedene Gattin Margarethe Nachricht von der nm-sassenden Verschwörung Bonillon's und zahlreicher südfranzösischerEdelleute erhielt. Wie leicht konnte Bouillon damals von Sedanaus sich mit dem benachbarten Belgien verbinden! Dies wollteder König unter allen Umständen vermeiden, und so ließ er(Juli l605) durch einen belgischen Pater Olivier und die spanischeAebtissin Beata de Sän Geronimo, die sich damals in Paris auf-hielten, dem dortigen Agenten des Erzherzogs, Ayala, neue Anträgeüber die Vermahlung des Dauphins mit der Znfantin Ana machen;ja er sprach den Wunsch aus, dieselbe möge nach Frankreich gebrachtund dort erzogen werden. Ebenso regte der Kardinal Joyeusediese Angelegenheit in Nom an, freilich mit dem Vorgeben, daßer es nur auf eigene Veranlassung, durch seine persönlichen Wünschefür die gesammte Christenheit bewogen thue. si Ernstlich konntendiese Vorschläge kaum gemeint sein, zu einer Zeit, wo Heinrichauf allen Punkten im schärfsten Gegensatze zu Spanien stand; siewaren vielmehr nur ein auf Täuschung des Gegners berechneterSchachzng. Die Entdeckung von Merargnes' verrätherischen mitSpanien gepflogenen Unterhandlungen machte bald auch allen schein-baren Heirathsnegoziationen ein Ende. Erst als nach der Hin-richtung Merargnes' und der Unterwerfung Bonillon's die Zuständein Frankreich sich völlig beruhigt und befestigt hatten, gedachte derKönig wieder jener, indem er sich gegen den Marques von SänGerman, der auf der Reise zu seinem Botschafterposten in Londondurch Paris kam, über die Kälte beschwerte, welche der Herzogv. Lerma in der Heirathsangelegenheit gezeigt habe (Juli 1606'-).
Wirklich hatten die spanischen Staatsmänner so lange, wie
0 KI8. Chiffrirte Tcp. Aynla's v. 6. Juli 1605; Wien, H. H. und St.A. 1>. c. 188. — Dep. Cornwallis' v. Juli 1605; IVinev. «c,». II. 01.
2) L18. Dcp. Ayala'ö v. 20. Juli 1606; Wien, a. 0 . O. 180.