Band 
Dritter Theil.
Seite
131
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Der niederl.mdiscl'e Wafienstiüstcmd.

l.3I

Schwächung und Minderung im Auge — wobei er sich freilichwohl hütete, diesen seinen eigentlichen Zweck irgend jemandem ein-zugestehen. Spätere Staatsmänner aber erkannten Heinrich's wahreAnschauungen und Absichten wohl. Der Redakteur von Richelien'sDenkwürdigkeiten, der in diesem Theile derselben auf Grund gutenMateriales arbeitete, sagt: Heinrich IV. „äußerte oft seine großeAbneigung gegen die Vermählung seiner ältesten Tochter mit dem(spätern) Könige o. Spanien, der sie seitdem geheirathet hat, indemer dies mit dem ganzen Wesen der beide» Staaten begründete,das derart sei, daß die Größe des einen die Erniedrigung desandern wäre; und das mache die Erhaltung eines guten Ein-vernehmens zwischen ihnen ganz unmöglich, und so seien die dies-bezügliche» Verbindungen nutzlos zwischen den beiden Kronen,welche immer mehr ibre Interessen als ihre Familienbeziehungenin Betracht ziehen!" H

Sagte doch damals, im Beginne des Jahres 1608 , schonVilleroy dem Nuntius: eine einfache Vermählung werde, wie manschon oft gesehen, von keiner praktischen Wirkung sein; einzig dieHeirath zwischen Don Carlos und Madame Christine mit Flandernals Ausstattung werde das Mittel zur Herstellung einer festen undbeständigen Freundschaft zwischen beiden Kronen sein, und des-halb möchten nur auf diese Eventualität der Papst und Barberiniihre Bemühungen richten?) — Es war stets die Trennung derNiederlande von Spanien, die für Heinrich IV. das Hauptinteressebildete.

Er bemühte sich einstweilen angelegentlichst, sich mit dem Erz-herzoge auf guten Fuß zu stellen, theils weil er denselben als noth-wendigen Vermittler für seinen Heirathsplan betrachtete, theils umauch iu den bevorstehenden Friedensverhandlnngen im Haag dieMediation allseitig bewilligt zu erhalten. Pecguins überschüttete

Hist. la mere el c!u lils, I. 32.

2) Dep. UbalLini'v v. 20. Jan. 1008; 1'errens 03 f.