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Zweites Kapitel.
protestantischen Holland- möglich und den südlichen Niederlanden,die zu dem bigott katholischen Spanien gehörten? Waren nichtvielmehr beide Länder sicher, bei ansprechendem europäischen Kon-flikte sich stets auf verschiedenen Seiten zu finden? Fast ebensoungereimt war die Grenze, die der Erzherzog hier vorschlug — niekonnten die Generalstaaten auf einen für sie so nachtheiligen Tauscheingehen. Wirklich ließen Richardot und Spinola diese Punkte soziemlich fallen; das Hauptgewicht legten sie vielmehr auf die freieAusübung der katholischen Religion in den Vereinigten Provinzen unddas Verbot des holländischen Handels nach den spanischen Kolonien.Dieser letztere Gegenstand trat zunächst in den Vordergrund derNegoziationen, während die Belgier den Punkt der Religion biszuletzt aufsparten, um, wenn sie mit dem sonstigen Verlaufe derVerhandlungen nicht zufrieden wären, einen volltönenden Beweg-grund zum Bruche zu haben. Allein schon über den indischenHandel konnte man sich durchaus nicht einigen, da die Holländerdenselben für die Seele ihres Wohlstandes und ihres Verkehrsüberhaupt hielten, die Spanier aber keinem Volke den Handel mitden fremden Erdtheilen gestatten wollten, den sie in thörichtem undohnmächtigem Stolze sich als Monopol zu wahren gedachten. DiesenStreit benutzte die Kriegspartei in der niederländischen Republik —neben den Anhängern der Oranicr ganz besonders die kühne undunternehmende wenn auch kleine Provinz Seeland — um auf dasschroffste gegen die erzherzoglichcn Bevollmächtigten aufzutreten.Daraus drohte dann der vollständige Abbruch der Unterhandlungenzu erfolgen. Albert sah sich genöthigt, Anfang April 1608 Rehenabermals nach Spanien zu senden, um die Willcnsmeinung desKönigs Philipp über diesen Gegenstand einzuholen, während maninzwischen an den sonstigen Artikeln des zu vereinbarenden Friedensweiter zu arbeiten beschloß?)
0 Zeauuin und Russy an den König, 16. FeLr., König an I. und R.,27. Febr., I. und R. an den König, 12. März, Villeroy an Ieaunin, 20. März,I. und R. an den König, I. April; ?. 106 ff. 226. 270. 300. 343 ff-