137
Je länger von Rom und Madrid die Antwort auf Hein-richs IV. Heirathsvorschläge ausblieb, desto entschiedener stelltedieser sich in den Verhandlungen, wenn er auch möglichst denFrieden beförderte, wieder aus die Seite der Holländer. Sogarin Bezug auf den Religionspunkt war dies der Fall, wo ihn dochaußer Spanien und dem Erzherzog auch der Papst zu einem nach-drücklichen Auftreten gegen die Holländer ermähnte, und wo erselbst im Anfange so fromme Verheißungen reinsten Eifers gegebenhatte. Ende Februar sah sich Peeguius hierin recht bitter durchdie kühle und zweideutige Sprache Nilleroy's enttäuscht. DemNuntius aber eröffnete der König ganz unverhohlen, er könnehöchstens dafür sorgen, daß die holländische Regierung nach demFrieden freiwillig die Religionsfreiheit einführe, aber nicht infolgefremder Nöthigung. Es sei genug, dies zu erreichen, eine Thor-heit jedoch, den Punkt jetzt bei dem Friedenstraktate verhandelnund darin aufnehmen zu wollen, und das wisse der Erzherzog sehrwohl. Indeß weder der letztere noch Philipp III. oder der Papstwaren mit so vagen Aussichten zufrieden.') Glaubte Heinrichwirklich jemanden zu täuschen, indem er seinen Bevollmächtigtenim Haag befahl: in Betreff des Religionspunktes sich so weise zubenehmen, daß die einen keine Ursache hätten zu veröffentlichen, erhabe bei dieser Gelegenheit Mangel an Eifer für die Wieder-herstellung der katholischen Religion in den Vereinigten Provinzengezeigt, noch die andern sich zu beklagen, er habe die Kunstgriffeund Intriguen der Belgier zu ihrem Nachtheile begünstigen wollen? -)Kaum minder zweideutig war des Königs Benehmen inBetreff des augenblicklich schwebenden Hauptpunktes, des indischenHandels. Darüber sagte er dem Peeguius ( 18 . März): gewißmüsse man die Holländer tadeln, daß sie hierin so eigensinnig seien,
U >18. Dep. Pecqnino' v. 28. Fcbr. (Brüssel). — Dep. Nbaldini's v.IN. März ?- N3 5.
2) Heinrich IV. an Ieannin und Russy, 27. Fedr. p. 226.