Band 
Dritter Theil.
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Sorgfalt für die Sicherheit der Vereinigten Provinzen. So langevielmehr die durch die wechselnden Kriegserfolge entstandene vielfachverschobene und unnatürliche Grenze blieb, verharrten Holland undBelgien in drohender Stellung wider einander. Keine Grenzprovinzwar abgerundet, in jeder befanden sich Garnisonen des Gegners;dadurch mußte von selbst beständige Feindschaft und der Wunsch,den andern aus seiner gefährdenden Position zu vertreiben, entstehen.So war Heinrich sicher, daß unter dieser Bedingung der Gegensatzzwischen den freien und gehorsamen Provinzen nicht aufhören undihm selbst fortwährend Gelegenheit znr Einmischung und zumBündnisse mit dem einen der beiden Theile gegeben sein würde.Deßhalb widersetzte er sich so eifrig der Abrundung der holländisch-belgischen Grenze.

So konsequent aber Heinrich einerseits den spanischen Inter-essen bei den Verhandlungen entgegen arbeitete, und so sehr erandrentheils bemüht war, wenigstens einen Theil der Niederlandein Abhängigkeit von Frankreich zu bewahren, kann man doch nichtsagen, daß er den Wiederausbruch des niederländischen Krieges an-gestrebt hätte. Da jetzt die Gefahr vorlag, daß wegen des streitigenindischen Handels der endgültige Friede ganz aufgegeben und durchVerhandlungen nur über einen lang dauernden Waffenstillstandwürde ersetzt werden: so ertheilte darüber Heinrich die vollkommenkorrekte Weisung, vor Allem den Frieden zu betreiben, aber fürden Fall, daß derselbe sich als unmöglich erweisen würde, auchfür einen lang dauernden Waffenstillstand zu wirken, für welchendann der nur auf den Frieden berechnete französisch-hollän-dische Bündnißvertrag vom 23. Januar gültig gemacht werdensollte. In der Frage: ob Friede oder Stillstand vom französischenGesichtspunkt aus wünschenSwerther sei? gingen die Anschauungendes Königs und seiner Minister — Nilleroy's wie Jeannin's —auseinander. Heinrich, nur darauf bedacht, die Trennung derNiederlande in zwei feindliche Theile für immer zu sichern, zog denFrieden dem Stillstände vor; während Villeroy und Jeannin den