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Zweite? Capitel.
letztern dem französischen Interesse für ersprießlicher achteten. Inder That sind die Gründe, die sie dafür anführten, den bedeutendemGewichte, und schon zur damaligen Zeit fehlte es nicht an Stimmen,welche die Fürsorge des französischen Königs für den niederlän-dischen Frieden als einen ebenso großen Fehler wie den Vertragvon Lyon im Jahre l 601 bezeichneten. Jeannin zieht jedenfallsden Waffenstillstand vor: „dieser Stillstand wird die Holländerwachsamer machen für ihre Bewahrung, er wird bewirken, das;sie bereitwilliger zu den durch den Unterhalt der Garnisonen er-forderten Ausgaben beitragen, stets in Furcht und Besorgniß vorden Spaniern verbleiben werden, und dadurch wird es wenigerFreundschaft zwischen ihnen geben. Und wenn später eine Gelegen-heit einträte, die uns den Krieg in diesem Lande ebenso wünschenließe, wie wir jetzt den Frieden dort für nöthig halten, würde esleichter sein diese Völker aus einem Waffenstillstände zum Kriegeherüberzuführen, als wenn sie in der vollen Behaglichkeit desFriedens sich befänden."') Im Ganzen hatten ohne Zweifel dieMinister dieses Mal dem Könige gegenüber vollkommen Recht,wie Heinrich selbst demnächst bei Gelegenheit der jülicher Streitig-keiten erkennen mußte. —
Während Heinrich IV. seine Parteilichkeit für die Holländerbei diesen Unterhandlungen so deutlich hervorkehrte, hätte er sichwahrlich nicht wundern dürfen, daß Spanien nicht eiligst aufseine Heirathseröffnungen einging. Konnte man da der spanischenRegierung Mißtrauen und Vorsicht gegen Frankreich verdenken,wie sie freilich in allen ihren Aeußerungen um diese Zeit hervor-treten?")
Es herrschte in demselben einmal wieder die kriegerische Stim-mung entschieden vor, nachdem sich herausgestellt hatte, daß Neyen's
') Jeannin an Sully, 15. März, i>. 29-1; vergl. Billeroy an Jeannin,31. März, p. 338.
2) IVI8. Jnstr. an Jrraraga, Madrid 20. März.