Band 
Dritter Theil.
Seite
141
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Der niederländische Waffenstillstand.

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schöne Verheißungen von der Nachgiebigkeit und Versöhnlichkeit derHotländer, wenn ihnen nur die Souveränität zugestanden werde,nichts als eitel Wind seien. Der gute Franziskaner wurde jetzt alskecker Betrüger bezeichnet. Als der Herzog von Ossuna durchParis kam, machte er dort von der Unzufriedenheit, die in Spanienüber den Bruder Generalkommissar herrschte, gar keinen Hehl.')Die Kriegspartei, die am spanischen Hofe nie gefehlt hatte, brachteihre Gründe mit neuem Gewichte vor. Wie unehrenhaft und ge-fährlich sei dieses Präzedens, einen so beträchtlichen Theil des er-erbten spanischen Gebietes schmählich den Feinden zu überlassen!Man fügte hinzu, daß ein so großes Reich wie Spanien dochimmer einen Krieg und einen UebungSplatz für feine Soldatenhaben müsse; dazu seien aber die Niederlande, wo man die eigenenangegriffenen Rechte vertheidige, weit geeigneter als irgend einanderes Land, wo man mit weniger Recht und geringrcr Kenntnißvon neuem zu beginnen habe. Zu diesen militärischen und poli-tischen Erwägungen kamen bei den Altspanicrn die frommen:dürfe Spanien, das kirchlich-treue Spanien der Religion einensolchen Schaden zufügen? So gab man sich in den offiziellenKreisen Madrid's das Ansehen, die Friedensverhandlungen lediglichals Zeitvergeudung und Wortverschwendung zu betrachten. DerHanptnachdruck wurde auf den Religionspunkt gelegt, der allerdingsderjenige war, wegen dessen mit dem schönsten Wortpompe unddein ehrenvollsten Scheine der Bruch mit den Vereinigten Pro-vinzen vollzogen werden konnte. Im Grunde war den Spaniernaber die Angelegenheit des indischen Handels bei weitem wichtiger,welchen den „Rebellen" nicht endgültig zu gestatten Lerma festentschlossen war?)

Die spanische Regierung zeigte sich um so entschiedener in

') A8. Dcp. Pecquiuö' v. 2. Mai (Brüssel).

2) Cornwalliö an den Prior Council und an SaliSbury, April;IVinrv. IVIem II. 884 I. — Heinrich IV. an Bouillon, 2. Mai; Nette. Miss. VII. 542.