Band 
Dritter Theil.
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Zweites Kapitel.

der holländischen Sache, als sie nach reiflichen Erwägungen aufdie französischen Heirathsvorschläge einging und hoffte, damit wenig-stens die Neutralitätserklärung Heinrich's IV. zu erhalten, durchwelche die Möglichkeit einer Wiederunterwerfung der aufständischenNiederlande in der That viel näher gelegt wurde.

Seit dem Februar hatte man endlich in Rom begonnen, sichfür den französischen Vorschlag zu erwärmen, dessen eigentlicheAbsicht und Tragweite man dort natürlich nicht erkannte. DieAbtretung der gesammten Niederlande spanischerseits gefiel in Romsehr, da man dadurch auch Holland dem alten Glauben zurückzu gewinnen hoffte. Ebenso zufrieden war der Papst damit, daßDon Carlos in Belgien erzogen werde. Er theilte das Geheimnißdem Geschäftsträger des Erzherzogs Albert in Rom mit, währendBarberini dem Peequius seine große Freude über den guten Fort-gang der Heirathsangelegenheit ausdrückte, st Allein es stellte sich baldheraus, daß die Spanier scharfsichtiger waren als der heilige Vaterund der Kardinal Barberini, die geneigt waren, auf alle Fälle dieHeirath zu Stande zu bringen, selbst wenn Heinrich lediglich ver-spräche, die Holländer nicht ferner zu unterstützen, damit die Spaniersie um so leichter dem neu zu gründenden gesammt-niederländischenStaate unterwerfen könnten?) Spanien, die Erzherzoge und alleihre Anhänger beabsichtigten dagegen das Opfer einer ewigenTrennung dieser Provinzen vorn Hauptlande nur unter der Be-dingung zu bringen, daß Heinrich dafür seine Waffen mit den-jenigen der Spanier zur Bezwingung der Holländer vereinige;mit einer bloßen Neutralitätserklärung wollten sie sich auf dieLänge nicht begnügen, sondern wenn Heinrich nur eine solche inAussicht stellte, die Unterhandlungen blos zum Scheine fortsetzen.Dies war der entscheidende Punkt, wo eine gefährliche Differenz

st iV58. Barberini an Peequius. I. Febr. (Brüssel). — Dep. Ortem-berg's v. 23. Febr. (ebendas. bieg. 6s Nome, VII.)

st N3. Chifsrirte Dep. Peequius' v. 26. März (Brüssel).