Band 
Dritter Theil.
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Der niederländische Waffenstillstand.

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zu machen." Diese Vermuthung wurde ihm durch einen hervor-ragenden spanischen Staatsmann bestätigt, der unvorsichtigerWeise die Aeußerung fallen ließ: eine solche Heirath könne in An-betracht der Jugend der Parteien lange Jahre betrieben und in-zwischen die spanisch-französische Freundschaft ausgenutzt werden,und doch bleibe die Ausführung in dem Willen und der HandGottes! Mit großer Ostentation wurden die reichen Geschenkegezeigt, die Toledo dem französischen Könige mitbringen sollte:prachtvolle andalnsische Rosse mit kostbarem Geschirr. Daß auchdas Benehmen des Erzherzogs nicht ohne Grund Heinrich auf-fallend und verdächtig, erschien, zeigt der Umstand, daß in Brüsseldie anderweitigen Gesandten, selbst die für Spanien wohlwollenden,die Sendung Don Pedro's lediglich als einen auf die TäuschungFrankreich's berechneten Kunstgriff betrachteten?) Diese Auffassungwar nur insofern richtig, als die Spanier die Trennung Belgien's vonihrem Reiche ausschließlich unter Bedingungen, die für Frankreichunerfüllbar waren, zugeben wollten; aber, wie die entscheidendeBerathung des Staatsrathes vom 30. März zeigt,eine Vermählungohne Ausstattung mit Land wünschten die spanischen Staatsmänneraus verschiedenen Rücksichten in der That. Indessen ihr Benehmenwar derart, daß man zu der Auffassung, sie hätten nur Trug imSinne, freilich berechtigt war.

Die Regierungen aber, die bisher mit Frankreich im Bundestanden, legten der Sendung Toledo'ö eine größere Wichtigkeit bei;sie schien ihnen jedenfalls ein Beweis, daß Heinrich IV. nicht da-vor zurückschrecke, mit Aufopferung seiner alten Alliirten in dasspanische Lager überzugehen. Nicht allein der Herzog von Savoye»und die deutschen protestantischen Fürsten zeigten sich tief beun-ruhigt über diese Wendung und faßten darüber das lebhaftesteMißtrauen gegen Frankreich: auch bei den Holländern und Eng-

') Dep. Cornwallis' v. und Mai, und Dep. Sir Thomas Edmond's<cngl. Residente» in Brüssel) v. b^Jiini; XVinev. ülem. II. 398. 399. 410.

II

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