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Zweites Kapitel.
Glaubte der Marques wirklich, durch seine stets wiederholteschroffe Hinweisung auf eine Frontverändernng Frankreich's in derniederländischen Frage als die unabweisbare Bedingung für' jedefranzösisch-spanische Heirath den König zu ersterer zwingen zukönnen? Dann hatte er sich vollständig getäuscht, ja den gerade-sten Weg eingeschlagen, um einen so selbstbewußten Monarchen,wie Heinrich IV., auf immer sowohl von jenen Vermählungen alsauch von der spanischen Freundschaft zu entfernen. Heinrich warauf das tiefste verstimmt und hielt jede weitere Unterhandlung mitBillafranca, ja mit Spanien für überflüssig. Es kamen dazu dieüblen Nachrichten aus dem Haag, wo der Friede völlig gescheitert,der Waffenstillstand ganz aussichtslos war! — Don Pedro, demwegen seines feindseligen Auftretens in der letzten Audienz dochdaS Gewissen einigermaßen schlug, bewog Pccquius, eine solchevom Könige zu erbitten. Der arme Belgier war also abermalsdazu bestimmt, den Zorn deS Königs über sich ergehen zu lassen(31. August). Die Unterredung begann sofort in erbaulicher Weise.Heinrich fuhr Pecquins an: er habe lange schon gewußt, daß dieSpanier die Verhandlungen im Haag nur begonnen hätten, umdem schlechten Stande ihrer Angelegenheiten in den Niederlandenaufzuhelfen, und ihn lediglich deshalb bctheiligt, um ihn den Hol-ländern verdächtig zu machen; aber sie würden cS noch bereuen,den Frieden vereitelt zu haben. Er für seine Person — das wareine bewußte Unwahrheit, auf die Einschüchterung des Pecquinsberechnet — ricthe den Staaten von dem Stillstände ab, der sienur zu täuschen bezwecke. Und nun kam er auf den eigentlichenGegenstand seines Zornes. Don Pedro habe über die Heirathennichts Bestimmteres gesagt, auch nicht den geringsten Vorschlagdarüber gemacht, sondern nur in allgemeinen Ausdrücken von ihnengesprochen; ja selbst in diesen sei wenig Uebereinstimmung mit denvom Nuntius betreffs der Heirath des Dauphin mit der ältestenJnfantin gemachten Anträgen zu bemerken gewesen. Was die Ver-mählung des Don CarloS angehe, „so haben die Spanier keine