Der niederländische Waffenstillstand.
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sehnsüchtigen Erzherzoge durch, daß dieser, ehe er noch den langeverzögerten ungünstigen Entscheid des Königs erhalten hatte, dieUnabhängigkeit der Vereinigten Provinzen sowohl in des Königswie in seinem eigenen Namen unbedingt anerkannte (16. Oktober1608'). Freilich konnte er sich zn diesem Zwecke auf eine Voll-macht berufen, die ihm Philipp III. für Verhandlungen mit denVereinigten Provinzen ausgestellt hatte. Allein diese Vollmachtwar alten Datums, und das Auftreten des Königs seit einemJahre hatte den Erzherzog sicher belehrt, daß ein solcher Schrittden Absichten jenes zuwiderlaufe. Ein Glück noch, daß die könig-liche Instruktion vom 8. Oktober, die sonst alles zerstört habenwürde, zu spät ankam, als Albert's feierliche Erklärung bereits einevollbrachte Thatsache war! Dieses Zugeständnis; war also ein sehrgewagtes von Seiten des Erzherzogs, wenn er auch sein Genüssendadurch zu beruhigen suchte, daß er jedenfalls für die endgültigeRatifikation des nun abzuschließenden Vertrages durch den Königsich eine lauge Frist ausbedang. Es war diese Konzession aberzugleich die entscheidende, welche die Mehrheit der Provinzen ver-anlaßte, nunmehr den Waffenstillstand wirklich anzunehmen. Nureinige Städte der Provinz Holland sowie die Provinz Seelandblieben noch den kriegerischen Bestrebungen des Prinzen Moritzgetreu; aber da dieser durch die Vorwürfe und Drohungen desfranzösischen Monarchen zu ruhigem Verhalten genöthigt wurde,war auch die Unterwerfung jener Widerstrebenden binnen kurzemzu erwarten.
Freilich war damit der bisher von Spanien behauptete Stand-punkt aufgegeben, die Souveränität der Vereinigten Provinzen nurfür die freie Uebung des katholischen Kultus in denselben zuzu-gestehen. Toledo, als Vertreter der spanischen Kriegspartei, wargeradezu voll Wuth über diese Wendung. In wiederholten Schrei-ben beschwor er den Erzherzog, doch diesen „Dämonen" — den
') Richarden an die Gesandten im Haag, 16. Okt.; I'elüot II., XIV. 282 l.