Band 
Dritter Theil.
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Zweites Kapitel.

eifriger Anhänger Frankrcich's zu sein. Er habe dort so viele Ehre,Gunst und Freundlichkeiten von dem Könige, seiner Gemahlin undseinen Unterthanen empfangen, daß er den Verpflichtungen,welche er deshalb gegen Seine Majestät habe, durch jedeArt von Dienstleistungen, selbst mit Gut und Blut, kaumGenüge thun könne, er sei als ganzer Franzose zurückgekehrt,n. s. w. Der Stolz mußte eine große Macht über Don Pedrohaben, wenn er dessen heftiges und schroffes Wesen zu so großerVerstellung veranlassen konnte. Auch König Philipp selbst verbargsorgfältig die Enttäuschung, die er über die Ergebnisse der SendungVillafranea's empfand. Nach dessen Rückkunft verlieh er demselbenam Ostermontag ein vakantes Ordensgut von einem Einkommenvon vier bis fünftausend Dukaten, sowie zwei neapolitanischeHerzogstitel zu beliebigem Verkaufe. Ueberhaupt stellte man sicham Hofe sehr zufrieden mit den vom Marques erreichten Re-sultaten. st

Indeß die wahre Stimmung der spanischen Regierung gegenFrankreich sollte bald genug offenbar werden durch ihr Benehmenbei den erneuten Heirathseröffnungen, die von Rom ausgingen.

Paul V. war in seinen Ansichten durch die VorstellungenHeinrich's IV. und Breves' wieder umgewandelt worden, und beidem allgemeinen Bedürfnisse nach Frieden sing er an, das Ver-fahren Heinrich's IV., das jedenfalls auf dessen dauernde Herstellungzielte, mit günstigerem Auge zu betrachten. Es kam hinzu, daßder Papst meinte, nach Abschluß des niederländischen Vertrageswürden die Vcnetiancr aus Furcht vor der dann frei verfügbaren spani-schen Macht folgsamer werden. Als darauf die friedliche Wendungin Madrid auch in Rom bekannt ward, sah der Papst wieder Allesin rosigem Lichte. Besonders erfreut über den zu erwartendenFriedensschluß sei er deshalb — sagte er zu Breves — weil nun

st (ladrera, I I. April, p. 365. — Dcp. Dcöcarteo' v. 12. April; vLrrons202. — Dkp. Cornwallis' v. V: April; 5Vin v. LIcin. III. 15.