Der niederländische Waffenstillstand.
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wieder Hoffnung sei, daß die vorgeschlagenen Vermählungen dochnoch zum Vollzüge kommen würden; und darauf baute er eineunendliche Menge schöner Pläne zum Heile der Christenheit.')Heinrich verfehlte nicht, sich durch scheinbares Eingehen auf dieAbsichten des Papstes auf billige Weise dessen Wohlwollen zuerwerben; in der Voraussicht, daß sich im Einzelnen noch hin-reichende Gelegenheiten ergeben würden, um diejenigen Entwürfe,die ihm selbst nicht zusagten, scheitern zu machen. Bei Gelegen-heit der Ankunft des neuen spanischen Gesandten, Cardenas, inParis (22. März) sprach der König mit dem Nuntius von neuemüber die Vermählung des Don Carlos mit einer seiner Töchter,mit Flandern als Mitgift, wobei er auch nicht verfehlte, im fernenHintergründe die verlockende Aussicht einer Wiederunterwerfungder Holländer unter flandrisch-katholische Herrschaft erscheinen zulassen. Begreiflicher Weise theilte der Nuntius die frohe Kundesofort auch an Cardenas mit?) Freudig begrüßte der milde undversöhnliche Erzherzog Albert die erneute Hoffnung und schrieb anden Papst und au Ortemberg in diesem Sinne, zur größten Ge-nugthuung Paul's V., der sehr zufrieden war, so von verschiedenenSeiten unterstützt zu werden?)
Aber eine ganz andere Aufnahme fand diese neue, freilich kaumsehr ernste Unterhandlung in Madrid. Durch die schroffe undrücksichtslose Art, in der seit dein Oktober 1608 Heinrich lV. allespanischen Eröffnungen wegen der Heirath zurückgewiesen hatte, warder kastilische Stolz zu tief verwundet, als daß diese neuen Aner-bietungeu einen günstigen Boden gefunden hätten; und Don Pedrohatte gewiß nicht verabsäumt, die Mißstimmung in den Negierungs-kreiseu zu vergrößern. Der Staatsrath in Madrid erwiderte, als
0 Dcp. Brcves' v. 6. IN. März; Uerrens 198 s. 208.
-( E. Dep. PecquiuS' vom 22. März (Wien). — L13. Dcp. Cardenas'vom 27. April (Paris, N.-A. K. 140M».
3) Dep. BrcvcS' v. 20. Mai, >>. 209.