Der niederländische Waffenstislsl.iild.
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haushalte das Defizit auf ein Viertel aller verfügbaren Einkünfte ver-anschlagt! (Vgl. Theil II., S. 56). Dazu kamen das sprödeVerhalten der Engländer in der jüngsten Zeit, die Abmahnungendes Papstes, die nachdrücklichen Kriegsdrohungen Heinrich's IV.und endlich die bekannte interessirte Friedensliebe des allmächtigenGünstlings selbst, der ja umfassendem Gesichtspunkten überhauptunzugänglich war.
So faßte man in Madrid endlich den schweren Entschluß,sich vor der ganzen Welt als besiegt zu erklären, auch den letztenSchein einer etwa nur zeitweiligen Nachgiebigkeit oder eines frei-willigen Austausches politischer gegen religiöse Zugeständnisse fahrenzu lassen. Am 28. Januar 1609 wurden die Instruktionen aus-gefertigt, welche den Erzherzogen ausdrücklich gestatteten, im Namendes Königs die Freiheit der Niederlande nach der einmal fest-gestellten Formel anzuerkennen, ohne auf die Bedingung der Frei-heit katholischer Religionsübung zu bestehen; nur der Handel nachden beiden Indien dürfe auf keinen Fall zugestanden werden.Am 8. Februar langten diese Weisungen in Brüssel an, wo sielebhafteste Befriedigung hervorriefen, st Der langjährige Waffen-stillstand konnte nun als gesichert betrachtet werden.
Die geheimen Hoffnungen des spanischen Hofes bei dieserKonzession sprachen sich gleichzeitig in einem königlichen Schreibenan Don Pedro aus, der sich ja damals noch in Paris befand.Zunächst erwartete man, daß der ungeheuren Großmnth Philipp's II I.gegenüber die Holländer ohne weiteres auf den indischen Handelverzichten würden. Dann aber meinte man in Betreff der Zukunft,die Holländer würden an den Annehmlichkeiten des Friedens einsolches Gefallen finden, daß sie nach Ablauf des Stillstandes denKrieg nicht von neuem beginnen, sondern es vorziehen würden,unter leidlichen Bedingungen wieder unter die schützende Habs-burgische Oberherrschaft zurückzukehren — zumal wenn ihnen dann,
st Erzherzogin Zsabella a» Lerma, N.Fcbr.; Iwc. ine>I. XI.III., 156.
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