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Zweites Kapitel.
was ja bei dem Alter Heinrich's IV. so leicht eintreten könnte, derfranzösische König fehlte.') So liebte man es in Madrid, sichmit Chimären zu speisen; so sehr unterschätzten die kleinlichen Geisterdort den doch hinreichend bethätigten Muth und Unabhängigkeits-sinn der Holländer!
Nach jenen Konzessionen von Seiten der spanischen Zeutral-regierung gingxn die Unterhandlungen zu Antwerpen in allen Neben-dingen schnell voran; nur die Angelegenheit des indischen Handelsmachte noch Schwierigkeiten, da die Holländer den Verkehr mitden fremden Wclttheilen durchaus nicht aufgeben wollten, dieSpanier aber ihnen denselben ebenso bestimmt versagten. Manfand schließlich eine indirekte Formel, in welcher die beiden Indiennicht geradezu genannt waren, während in besondern Aktenstückendie englischen und französischen Gesandten, zugleich im Namender beiden Könige, den Staaten das Recht, mit allen Ländern,die nicht thatsächlich unter spanischer Herrschaft stünden, frei zu ver-kehren, als aus jener Erklärung fließend, garantirten. (EndeFebruar 1609).
Damit war der Friede gesichert, zumal der Erzherzog nach-gegeben hatte, daß der Waffenstillstand nicht, wie er selbst gewünscht,zehn, sondern nach dem französisch-englischen Vorschlage zwölfJahre währen solle.
Der Eindruck, den diese plötzliche Wendung der Dinge her-vorbrachte, war ein für Spanien nicht sehr günstiger. Hätte mansich in Madrid von vorn herein die Lage ruhig überlegt und,da sich die Unmöglichkeit einer Fortsetzung des Krieges herausstellte,aufrichtig und ernsthaft mit den Holländern verhandelt: so würdediese besonnene Einsicht und Friedensliebe überall das günstigsteUrtheil über die spanischen Staatsmänner hervorgerufen haben.Allein sie hatten gegen das doch Unvermeidliche einen kindischenTrotz gezeigt und, nachdem sie die Welt mit kriegerischen Prahlereien
>) KI8. Jnstr. an Toledo, Madrid 29. Jan.