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wie eine Offenbarung ungeahnter Verhältnisse und Aussichten. „Inder Vergangenheit", äußerte sich Paul V., „hielten die Spanierdurch Nebcrhebnng ihre Angelegenheiten im Stande, jetzt haben siedie Methode dazu verloren. Sie werden von jedermann verachtet;und was ihr Ansehen ganz zu Grunde gerichtet hat, das ist derflandrische Waffenstillstand, durch den sie ihre Ohnmacht selbst be-kannt haben." st Dieser niederländische Vertrag hat der ganzenRegierung Philipp's III. die Signatur gegeben; er macht vorzüg-lich die Wendung aus, durch welche das Ucbergewicht, der leitendeEinfluß in Europa damals von Spanien auf Frankreich überging.
Denn fast ebenso wie jenes einbüßte, gewann diesesdurch den Vertrag vom 9. April 1009. Den niederländischenFrieden zu Stande gebracht zu haben, rechnete man Frankreichnoch viel höher an, als den venetianisch - päpstlichen. Derletztere hatte nur einem beginnenden Konflikte ein Ende gemacht,jener aber einem halbhnndertjährigen erbitterten Kampfe, der dochvon viel höherer Bedeutung war, und bei dem es sich um viel ge-wichtigere Dinge handelte, als wie bei dem den Motiven wie deinUmfange nach ziemlich kleinlichen Streite zwischen Paul V. undder Signorie. Halb Europa hatte im Haag und in Antwerpenvermitteln wollen — aber Frankreich hatte ganz allein die Ver-handlungen wirksam geleitet und durch seine Festigkeit und Geschick-lichkeit den Frieden im ganzen und großen nach seinen Wünschengestaltet und zu Stande gebracht. Dies anzuerkennen waren Freundund Feind einstimmig. Der Erzherzog wollte Jeannin ein Ge-schenk von 25,000 Livrcs wegen seiner Verdienste nur den Friedenmachen, das freilich der schlaue alte Diplomat mit etwas zerknirschterMiene zurückwies: „Wir haben es nicht gerade um sie verdient"— schreibt er halb mitleidig halb spöttisch an Villeroy (8. Mai) — „dawir viel mehr die Forderungen der Staaten als die Zurückweisungendes Erzherzogs beachtet haben, die häufig gerechter waren, als die
st Dep. Brcves' v. 16. Scpt. 1609; 1'crrens 207.