Band 
Dritter Theil.
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Drittes ^.ipitel.

französischen Politik in Deutschland. — Heinrichs IV. und SpaniensEinmischung in die Frage der Krisenvab!. — Französische Bemühungen,eine Union der deutschen Protestanten unter einander und mit Frankreichzu Wege ;u bringen. — Gründung der evangelischen Union ;n Ahausen.— Frankreich und Brandenburg.

Mit voller Befriedigung konnte Heinrich IV. auf die elf Friedens-jahre zurückschallen, die seit dein Vertrage von VervinS verstrichenwaren. Gewerbfleiß und Handel blühten in seinem Reiche, dieZahl der Bewohner nahm schnell zu, die finanziellen Kräfte desVolkes erstarkten, die Steuern, obwohl verhältnismäßig vermindert,gaben reichlicher» Ertrag. Die Schuldenlast war beträchtlich ver-kleinert, der Kriegsschatz gefüllt, in den Arsenalen lagen hoch auf-gehäuft die Waffen und Schicßvorräthe aller Art, standen zahlreicheGeschütze, bis auf den letzten Nagel ausgerüstet. Im Reiche selbstherrschte Ruhe und Ordnung; die inneren Gegensätze — zwischenKatholizismus und Hngenottenthum, zwischen ständischem Wesen undköniglicher Vollgemalt — waren nicht gerade ausgelöscht, aber dochin den Hintergrund gedrängt und zum Schweigen genöthigt. Nachaußen war es Frankreich gelungen, sich wieder an die Spitze dergroßen antispanischen Partei in Europa zu stellen; und zu dieserPartei hoffte man alte Staaten des Abendlandes, mit Ausnahmeder katholischen Fürstenthümcr in Deutschland und einiger kleinenVasallenländer in Italien hinüberzuziehen. Weshalb sollte untersolchen Verhältnissen Heinrich vor einem kriegerischen Zusammen-treffen mit Spanien zurückschrecken, vor einem Kampfe, den er seitjeher als den Abschluß und die nothwendige Vollendung seinergesammtcn äußern und innern Politik betrachtet hatte? Er hattefreilich einen Versuch gemacht, sich mit jenem Staate in ein freund-schaftliches Verhältniß zu setzen, indem er denselben seinen Interessendienstbar machte; allein da die spanischen Staatsmänner sich dazuherzugeben keine Lust verspürten, so war dieser Versuch gescheitert,und nun wollte Heinrich noch vor Eintritt des Greisenaltcrs die