Band 
Dritter Theil.
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Die französische Partei in (tnropa.

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gewaltsame Entscheidung herbeiführen, durch welche Frankreichdem verfallenden Spanien die Herrschaft über Europa aus denHänden nehmen sollte. Schon seit den Zeiten Franz des Erstenhatte es sich gezeigt, daß die natürliche Nebenbuhlerschaft zwischenden beiden großen katholischen Völkern dieselben immer wiedereinander feindselig gegenüber stellte. So häufig auch die beider-seitigen Regierenden die Anbahnung freundlicherer Beziehungenversucht hatten: die Verhältnisse waren mächtiger als die Menschen,und stets brach der alte Hader von neuem aus.

In großartigstem Maßstabe wollte Heinrich IV. den Kampfführen, nicht allein den Kern der habsbnrgischen Macht, sondernalle ihre Bollwerke und Außenfchanzeu zugleich angreifen, umdesto sicherer an irgend einem Punkte ihr den verderblichen Streichversetzen zu können. Außer in Spanien und den Niederlandensollte der Krieg auch in Deutschland und Italien mit Hülfe starkerund entschlossener Bundesgenossen begonnen werden. Diese galt esvor allem sich zu sichern. Schon längst waren mit ihnen die Ver-handlungen im Gange.

Auf der Apenninischen Halbinsel war kein Fürst wichtiger fürFrankreich als der Herzog von Savoyen. Theils war sein Staateiner der mächtigsten in Italien, theils überaus bedeutungsvoll alsHüter der Alpenpässe, die von Frankreich nach Italien führen. HatteFrankreich den Savoher zum Feinde, so mußte es seine besten Kräfteauf die Erstürmung und Behauptung jener befestigten Bergstraßenverwenden; während im entgegengesetzten Falle die festen Plätze unddie hohen Alpen Savoyen's die beste Operationsbasis und einejederzeit sichere Zuflucht für ein gegen die spanischen Besitzungenin Italien kämpfendes französisches Heer gewährten. Dazu kamendie vorzügliche Ausbildung, welche Karl Emauuel dem savohischenHeerwesen gegeben hatte, sowie vor allem des Herzogs rührigerschneidiger Eharaeter, der ihn zu einem gefährlichen Gegner, zueinem sehr nützlichen, wenn auch steter Ucberwachung bedürftigenFreunde machte. Der Herzog war jetzt in der zweiten Hälfte der