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Drittes Kapitel.
konnte. Kein Zweifel, daß, wenn Spanien wirklich einige Opferfür den Herzog bringen wollte, dieser im spanischen Bündnissegrößere und vor allem sichrere Bortheile finden mußte, als beiFrankreich.
Deshalb beschloß der Herzog, seinen einflußreichsten Minister,den Grafen Verrua, nach Spanien zu senden (Ende Sept. 1008).Daß der Glückwunsch zur Geburt des zweiten Jnfanten nur Bor-wand sei, mußte bei der persönlichen Bedeutung Verrua's von vornherein jeder einsehen; vielmehr war es auf die Anbahnung einesfreundlichen Verhältnisses zwischen Spanien und Savoyen abgesehen.Seine weitergehenden Pläne glaubte Karl Emanuel selbst dem Herrnvon Jacob verbergen zu müssen und theilte ihm nur diejenigen Zielemit, die er selbst bei etwaigem Scheitern seiner Hauptabsichten durchdie Gesandtschaft Verrua's zu erreichen hoffte. Zunächst wollte ersich, für den Fall eines fruchtlosen Äusganges seiner französischenVerhandlungen auch Spanien gegenüber sicher stellen. Zweitenswurde durch einen solchen Schritt die Einigung zwischen Frankreichund Spanien — welche der Savoyer vor allem fürchtete, weil siedie Freiheit der italienischen Staaten bedrohte, und zumal seineneigenen ehrgeizigen Plänen völlig ein Ende bereitete — gestört, dader Abfall des Herzogs zu Frankreich einer der hauptsächlichstenGrunde für Spanien gewesen war, sich unter mancherlei schmerzlichenOpfern dem französischen Herrscher und den Holländern zu nähern.Drittens endlich hoffte er damit die Eifersucht und die Besorgnisseder französischen Staatsmänner rege zu machen, daß dieselben end-lich einmal ihre Gleichgültigkeit gegen Savoyen abschüttelten. Des-halb sollte Jacob den französischen Ministern Anzeige von der ReiseVerrua's machen, natürlich unter den gewohnten Ergebenheitsbe-theuerungen gegen Heinrich IV., aber doch in hinreichend kühlerWeise, um sie merken zu lassen, daß sie Gefahr liefen, den Herzoggänzlich zu verlieren. Dem Don Pedro aber sollte Jacob unter demScheine des engsten Vertrauens eröffnen: die Franzosen suchtennach allen Seiten hin das Gerücht zu verbreiten, als ob der Herzog