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Drittes Kapitel.
ständen feindlich nnd Sachsen gut österreichisch gesinnt war. Soentschloß sich Heinrich bald, einer katholischen Kandidatur um diedeutsche Krone beizustimmen. Doch verfolgte er dabei einen dop-pelten Gesichtspunkt: einerseits das Kaiserthnm dem Hause Oesterreichzu entreißen oder doch an solche Mitglieder des letzten: zu bringen,die zugleich von religiös gemäßigter Gesinnung und nicht unbedingteAnhänger der spanischen Politik seien; andrerseits jeden Zwang derkatholischen Fürsten gegen seine Verbündeten, die protestantischenKurfürsten von Brandenburg und der Pfalz, zu verhindern.')
Er machte zunächst den Versuch, mit Ucbergehung der Habs-burger die Wahl auf den einzigen weltlichen Fürsten Deutschlandsvon Bedeutung und Macht, der außerdem noch den: katholischenBekenntnisse angehörte, aus den Herzog von Baiern zu lenken.Schon seit dem Jahre 1602 beschäftigte ihn dieses Projekt, mitHülfe der drei evangelischen Kurfürsten im Gegensatze zu denHabsburger:: den bairischen Herzog zum römischen Könige zu er-heben. Seit den: April l 605 nahm er es ernstlicher auf; eineneignen Gesandten wollte er deshalb nach Deutschland schicken. PAber auch diese Absicht mußte er bald aufgeben. Theils hatteBaiern selbst nicht viel Lust, die schwere Bürde des KaiserthumeSauf sich zu nehmen und damit zugleich der katholischen Sache inDeutschland, welche das Haus Oesterreich in den letzten Jahrzehntenmit so großen: Eifer und Erfolg verfochten hatte, durch die Ent-fernung desselben von der Kaiserwürde Abbruch zu thun. Theilsstanden auch die Kurfürsten von Mainz und Köln, obwohl derLetztere der Oheim des baierschen Herzogs war, durchaus auf öster-reichischer Seite.
So gewöhnte Heinrich sich allmählich an den Gedanken, auchfernerhin das Kaiserthnm den: deutschen Zweige der Habsbniger
0 Briefe und Akten I- 253.
2) IU8. Dep. Zuüiga's v. 23. April, 22. Zuni, 5. August 1605; N.-A inParis n. 1460 1607. — N8. Konsulten des span. Staatsrathes v. 23. Aug.1605; das. K. 1426. — Briefe u. A. I. 460.