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Viertes Kapitel.
Englands. — Auch Holland den offensiven Plänen Frankreichs abgeneigt;die Unieten zurückhaltend. — Die französischen Minister werden bedenk-lich; Wiederaufnahme der Nergleichsverhandlungen mit Spanien. —Sie scheitern an der Weigerung der Spanier, die Prinzessin v. Condeauszuliefern. — Ausdehnung der französischen Rüstungen. — Spanisch-flandrische Gegenrüstungeu in größtem Umfange. — Abschluß des frau-zösisch-savoyischen Angriffsbündnisses zn Brosolo; Beurtheilung desselben.
— Mantua gleichfalls für Frankreich. — Heiurich's Feldzugsplau. —Seine bangen Ahnungen. — Feige Nachgiebigkeit des Herzog Albert;dagegen Spanien zum Kriege entschlossen. — Ansicht über dessen möglicheGestaltung. — Regentschaft und Krönung Marien's v. Medici. — Er-mordung Heiurich's IV. durch Ravaillac. — Hatte Ravaillac Mitschuldige?
— Stimmung der fremden Regierungen bei dem Empfange der Jodes-nachricht. — Freude darüber in Spanien. — Schluß: Würdigung vonHeiurich's IV. Regierung; er überträgt das llebergewicht in Europa vonSpanien auf Frankreich.
Unter der Regierung des bigott-fanatischen und zugleich schwach-sinnigen Rudolf II. war das deutsche Reich in gänzliche Auflösunggerathen, nachdem die milde und verständige Herrschaft Ferdinand's I.und Maximilian's II. das Ansehen des Kaiserthums neu begründetund mit der Eintracht unter den verschiedenen Religionsparteienfür Deutschland eine bessere Zeit herauszuführen versprochen hatte.Es war doch damals auf jedem Reichstage zu einem „Abschiede",zu bestimmten Vereinbarungen zwischen Kaiser und Reich für diegemeinsame Politik, Gesetzgebung oder Verwaltung des letzterengekommen. Die Macht des Kaisers, wenn auch seine Einkünfte nichtgroß, sein Einfluß auf die innere Regierung der einzelnen Territoriennull, war noch immer nicht gering gewesen; die Achtung und Scheu vorihm als der höchsten Obrigkeit, dem obersten von Gott gesetzten Richterwar bei Unterthanen und Fürsten geblieben, und zwar am meistengerade bei den Lutheranern, deren Häupter, die Kurfürsten vonBrandenburg und Sachsen, bei weitem kaisertreuer sich zeigte» alsirgend ein katholischer Reichsstand. Die höchsten Reichsgerichte,besonders der in Wien selbst residirende Reichshofrath, ließen sichihre Beschlüsse von dem Kaiser und seinem geheimen Rathe