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Vier-tes Kapitel.
Jahre 1607, sogar ebenso viel Geld dem Bunde zuzuschießen, wiedie deutschen Unirten zusammen genommen. Nur die jülicherAngelegenheit blieb als Gegenstand steter Besorgnis; übrig, indemsie von neuem Spaltung unter die protestantischen Reichsstände zubringen drohte. Der Versuch des Königs, durch kräftige, direkteEinwirkung auf Brandenburg eine Einigung unter den evangeli-schen Prätendenten herbeizuführen, blieb einstweilen ergebnißlos.')
So lagen die Dinge, als die zweite Hälfte des Jahres 1608eine ungünstige Wandlung in der deutschen Politik Heinrich's IV.eintreten ließ. Theils zog die Betheiligung an den überauswichtigen spanisch-holländischen Friedensverhandlungen des KönigsAufmerksamkeit von den deutschen Dingen ab, theils näherte ersich Spanien in dem Gedanken französisch-spanischer Heirathsver-bindungen. Freilich schlugen diese Negoziationen endlich fehl underzeugten so nur größere Erbitterung zwischen den Regierungenvon Paris und Madrid; indeß zunächst veranlaßten sie abermalsgegenseitige Entfremdung und Mißtrauen zwischen Heinrich IV. undseinen deutschen Freunden. Der König fühlte nur für den FallLust, mit den protestantischen Neichsfürsten in eine wirksameAllianz zu treten, wenn irgend ein wichtiges Ereigniß einen Schlußauf die weitere Gestaltung der politischen Verhältnisse gestattenwürde. Er hielt sich den deutschen Fürsten gegenüber zurück;fürchtete er doch überhaupt, daß dort „alles in windige Zusammen-künfte anslaufen, nichts Wirkliches geschehen werde") — eineBesorgniß, die man ihm nach der Verfahrungsweise der deutschenProtestanten in dem letzten halben Jahrhunderte nicht eben verübelnkonnte! Das erklärte er auch dem würtembergischen AgentenBuwinkhausen gerade heraus. Andrerseits wurde durch ein solchesBenehmen Frankreich's die Union gereizt und mißtrauisch. IhreTheilnehmer geriethen über die spanisch-französischen Heiraths-verhandlungen, denen sie hauptsächlich den Zweck zuschrieben, die
0 Br. u. A. I, 525- 538. 537.
2) Heinr. IV. an Bouillon, 2. Mai 1608; I^ettr. mlss. VII. 542.