Band 
Dritter Theil.
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Viertes Kapitel.

Vvrwand zu gewaltsamer Intervention zu geben, auf welchendieser offenbar mit Sehnsucht wartete. Auf Ansuchen des inseinen Ansprüchen verletzten Kurfürsten von Sachsen befahl derKaiser den Possidirenden, die jülich-kleveschen Länder sofort heraus-zugeben; und als sie dieses Mandates nicht achteten, beschloßRudolf tl. jene Erbschaften einstweilen in kaiserliches Sequester zunehmen. Kein Zweifel, daß er bisher, dem gewaltthätigen Auf-treten der Possidirenden gegenüber, vollständig korrekt gehandelthatte, st Aber nun verdarb er seine eigene Stellung durch einenStreich, der feine wahren Absichten zu früh offenbarte. Er be-auftragte mit der Ausführung des Sequesters seinen eigenen Vetter-Erzherzog Leopold, Bischof von Passau und Straßburg, einen alseifrigen Katholiken und unbedingten Anhänger der HabsburgischenGesammtpolitik bekannten und deshalb von allen Protestanten aufdas bitterste gehaßten Fürsten. Verkleidet schlich sich Leopold anden Unterrhein und erhielt die starke Festung Iülich durch denschon vorher gewonnenen Kommandanten derselben, Nanschenberg,der bereits seit Jahren eine Pension des Königs von Spanienbezog, ausgeliefert, (23. Juli, Nachmittags ein Uhr)?) Sofortbemühte er sich, wenn auch vergeblich, in den jülich-kleveschenLanden eine weitere Anerkennung des kaiserlichen Sequesters her-beizuführen.

Die Tragweite dieses Gewaltschrittes wurde in ganz Europaauf den ersten Blick erkannt. Die streitigen Länder waren inüberwiegender Mehrzahl von Protestanten bewohnt, die haupt-sächlichen Bewerber waren Protestanten: die Wahl eines Mit-gliedes des Kaiserhauses, und zwar des am entschiedensten katholisch

st Dies war schon im voraus anerkannt worden durch ein am 3. Sept.1808 von Marquard Frcher für Kurpfalz angefertigtes Gutachten über dieAdministration der jülicher Erbschaft; Br. u. A. II. 91 I.

st Dep. Jeannin's u. Russy's v. 8. April 1609; l'etüot II, XV. 359. —Chronik des Beer von Lahr p. 83 (in „Original-Denkwürdigkeiten eines Zeit-genossen am Hofe Jvh. Wilhelm's III. v. J.-C.-B.", Düsseldorf 1834).