Band 
Dritter Theil.
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Der jülicher (trbfolgestreit.

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und spanisch gesinnten, zur Vollstreckung des Sequesters erwies,daß der Kaiser dasselbe benutzen wollte, um diese wichtigen nieder-rheinischen Lande für die Religion und besonders für das „erlauchteHans Oesterreich" zu gewinnen! Eine solche Zuversicht von Seitendes Kaisers und seiner Räthe war um so erklärlicher, je größereund leichtere Fortschritte in den letzten Jahrzehnten die katholischeGegenreformation in Deutschland gemacht, je entscheidender sie inallen reichsrechtlichen Streitfragen den Sieg über die Protestantendavon getragen hatte.

Indeß dieses Mal änderte sich das Verhältniß durch die Ein-mischung Frankreich's, das nunmehr die abwartende Politik auf-zugeben entschlossen war. Offenbar hatte der Kaiser sich in's Unrechtgesetzt — wenn auch nicht formell, so doch der Sache nach —und Heinrich IV. ergriff gern diesen Verwand, um den längstvorbereiteten und schließlich für Frankreich unvermeidlichen Kampfmit dem Hause Habsbnrg unter anscheinend so günstigen Umständenzu beginnen. Er zeigte sich über das Vorgehen des ErzherzogLeopold höchlichst aufgeregt — zumal man weitere Gewaltschritteder habsbnrgischen Partei erwartete — und gewillt, eine Ver-größerung Oesterreich's nach dieser Seite hin nicht zuzugeben. >)Er meinte — oder gab doch vor zu meinen — daß der spanischeGesandte in Prag Leopold mit Geld unterstützt, Erzherzog Albertdessen Unternehmen mindestens gebilligt habe. In der Audienz,welche er Peequius am 3. August ertheilte, sagte er gleich imBeginne: er müsse die possidirenden Fürsten gegen den ungerechtenAngriff des Erzherzogs Leopold vertheidigen. Die Staatsraisonzwinge ihn, nicht zu dulden, daß das Hans Oesterreich seine Herr-schaft über die jülich-kleveschen Länder erstrecke. Doch leugnete er,deshalb zu einem offenen Kriege mit Spanien schreiten zu wollen;selbst wenn Philipp III. und Albert den Erzherzog Leopold unter-

>) Aerssen an Barnevelt, 29. Inli, n. Dep. Ubaldini's v. 24. Aug.; Br.>,. A. II, 309. 327.