Band 
Dritter Theil.
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Viertes Kapitel.

auch Sachsen — aus dem Nachen zu reißen.') Waren doch diekaiserlichen Mandate in dieser Angelegenheit von demselben kaiser-lichen Vizekanzler Leopold v. Strahlendorfs gegengezeichnet, der beiBeginn des Streites in einer Denkschrift erklärt hatte: freilich seiBrandenburg der einzig berechtigte Erbe, allein der Kaiser dürfeeine solche Stärkung jenes, allen Ketzern Zuversicht und Hoffnunggewährenden Hauses nicht dulden.") Auch diplomatisch suchteFrankreich gegen solche Willkür aufzutreten. Herr v. Vaubecourt hatteLeopold mit dem Angriffe des französischen Herrschers zu bedrohenund die Possidirenden französischer Hülfe zu vergewissern, sowiedie Stände der betreffenden Herzozthümer zu ermähnen, ohne Rück-sicht auf die kaiserlichen Mandate und Achtankündigungen denPossidirenden treu zu bleiben. Endlich zeigte Heinrich durch Bongars(3l. Juli) den Unirten seine feste Absicht an, die Habsburger miteinem mächtigen Heere — nicht blos mit einem Hülfskorps —aus Jülich zu vertreiben, wenn er nur erst der Mitwirkung vondeutscher Seite sicher sei.")

So enthüllte der französische König allmählich seine Pläne.Vereinzelt hatte er nie gegen das Haus Oesterreich losschlagenwollen; jetzt hoffte er an den deutschen Protestanten starke Bundes-genossen zu finden, um zunächst den Habsburgischen Einfluß inDeutschland gründlich zu brechen. Sollte daraus aber ein allgemeinerKrieg entstehen, so meinte er noch weiterer Alliirter sicher zu sein.

Und nun zeigte sich, wie Heinrich's IV. seit zwölf Jahrefolgerichtig betriebene, kluge und bedächtig vorschreitende Po-litik bereits Frankreich zur ersten Großmacht Enropa's erhoben

') liitter, Sachsen und der Jülicher Erbfolgestreit 33. — Ueber die fran-zösischen Rüstungen jener Wochen: »18. Dep. Jacob's v. 3. Juli (Turin); Jean-nin an Richardot, 27. Juli, p. 518 5.; Uettr. miss. VIII 964. — Ueber dieStimmungen in Paris: IVLstoile bei iNicb. <n. Noch. II, I, II, 522.

2) I?. V. SckLumdllrx, Die Begründung der braudenburg-preußischen Herr-schaft am Niederrhein (Wesel, 1859) S. 92 ll.

2) Br. u. A. II, 311. 315 I.