Band 
Dritter Theil.
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Der jüllcher Erbfolgestreit.

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Viileroy — bei dem Könige hatte er nur eine einzige und zwarrein formelle Audienz — Frankreich werde Brandenburg undNeuburg in keinem Falle im Stich lassen. si

Am 28. Oktober reiste der Graf v. Hohenzollern von Parisab, über seine, wie es sich bald herausstellte, völlig ergebuißloseGesandtschaft nur wenig durch ein Geschenk von 4000 Thlr. Werthgetröstet.'ch Er nahm drei Schreiben des Königs init, sämmtlichvom 15. Oktober datirt. Das erste war an den Kaiser gerichtetund enthielt die Versicherung von der Freundschaft des französischenMonarchen und seiner Absicht, der kaiserlichen Autorität durchausnicht zu nahe zu treten. Allein seine alten Bündnisse nöthigtenihn, einigen Fürsten in ihrer gerechten Sache beizustehen; dieselbenwürden übrigens allen gebührenden Respekt für den Kaiser beobachten.Klang dieser Nachsah nicht wie unverkleideter Hohn! Ebensobestimmt lautete der Entschluß des Königs in dem zweiten jenerSchreiben, das für den Erzherzog Leopold bestimmt war; nursprach Heinrich noch seine Hoffnung aus, daß die Weisheit desErzherzoges jeden gewaltsamen Konflikt vermeiden werde. Derdritte Brief, an die geistlichen Kurfürsten gerichtet, ist schon erwähntworden, ch

Während die Gesandten des Hauses Habsburg und seinerFreunde in Paris nur mehr oder weniger verhüllte Zurückweisungfanden, hatte sich doch auch das Verhältniß zwischen Frankreichund den deutschen Protestanten keineswegs sehr freundlich gestaltet.Heinrich's IV. Absicht war, sich nur unter einer doppelten Bedingungin die deutschen Angelegenheiten zu mischen: wenn einerseits dieprotestantischen Fürsten sich derart dem Kaiser gegenüber kompromittirthätten, daß sie unwiderruflich auf Frankreich angewiesen wären;und wenn sie andererseits ihm von vornherein den Beistand eines

1) Oinckely, Rudolf II., II, 88 1. — K18. Dep. Cardcuas' v. I. Sept.

2f INS. Dep. Cardenas' v. 31. Okt.

2) LI8. Paris, Nat.-Arch. K. 1461 II- Nur daS dritte dieser Schreibenist in den I^etlr. miss. sVII, 784 1.) gedruckt.