Band 
Dritter Theil.
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Viertes Kapitel.

thauen Abbruch geschehe, sondern auch der kaiserliche Kommissar —Leopold — gleichsam belagert werde; widrigenfalls werde er gegensolche Verletzung des Reichsfriedcns zu den reichsvcrfassnngsmäßigcnGegenmitteln greifen. Zugleich sperrte er bei der von den flandri-schen Truppen schon seit drei Fahren besetzten kurkölnischen FestungRheinberg den Possidirenden die Zufuhr auf dem Rheine von Hol-land aus. Er ließ sich durch keine gegcntheiligeu Vorstellungenund Zusicherungen der Possidirenden in dieser ihnen sehr empfind-lichen Maßregel stören, ja drohte ihnen, den Weg von Luxemburgnach Jülich mit Gewalt frei zu machen, falls sie denselben nichtfreiwillig räumten; wie denn auch seine Agenten an auswärtigenHöfen nicht verhehlten, daß ihr Herr in Anbetracht seiner nahenVerwandtschaft mit Leopold nicht werde umhin können, denselbenzu unterstützen, wenn die Possidirenden fortführen, ihn» einzu-schließen und thätlich anzugreifen (Oktober'). Alan sieht, daßvon prinzipieller Nachgiebigkeit der Spanier in der jü-licher Angelegenheit— wie man gewöhnlich behauptet —nicht die Rede sein kann.

Vergeblich bedrohte König Heinrich den Erzherzog mit krie-gerischer Ahndung, wenn er die Wasserstraße nach dem Jülich'schennicht freigebe. Vielmehr errichtete Albert sogar auf kleveschcmBoden, Rheinberg gegenüber, eine Schanze, so daß der Rhein hierhermetisch abgesperrt war. Es geschah dies, wie um den franzö-sischen Herrscher recht zu verhöhnen, der stets eine materielle Unter-stützung Leopold's durch die Spanier oder Flandrer als Kriegsfallbezeichnet hatte und nun doch, da es an genügenden Bundes-genossen ihm noch mangelte, ruhig zuschaute, wie Albert unterkühner Verletzung seiner frühern Versprechungen nicht nur seinenVetter Leopold mit Räthen, Offizieren und Soldaten versah, son-dern auch seine eigenen Truppen offen für denselben auftreten ließ.Für den Winter beabsichtigte Albert 10,000 Mann bei Herzogcn-

'1 Aktenstücke in Br. u. A. II, 432, 436, 445.