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Piertes Kapitel.
eilte zu seiner Frau zurück; und da der König dies merkte, kehrteer uuverrichtcter Sache um.') Nach Vorgängen dieser Art hieltsich Conde mit Recht nicht mehr für sicher in Frankreich und flehmit seiner Gemahlin nach dem nahen Gebiete der spanischen Nieder-lande (29. November). Die Marcchaussee des Königreiches wurdeaufgeboten, um die Flüchtigen zu verfolgen. Aber der Prinz entkamihr durch die Schnelligkeit seiner Pserde glücklich über die Grenzenach Landrecies, sich rühmend, „er stehe Gott sei Dank zu hoch,um jemals ein Wild all' dieser Leute zu werden."
Heinrich IV. wurde von der Flucht Conde's auf das tiefstebetroffen. Zunächst entzündete sich an der Trennung von derPrinzessin die greisenhafte Leidenschaft des Königs in verstärktemMaße, so daß er von peinigender Unruhe und unbczwinglicherSehnsucht nach dem Gegenstände seiner Neigung erfaßt wurde.Das zweite war die Beschämung, welche die von Conde sichernicht verschwiegenen Motive zu dessen Flucht dem Könige in ganzEuropa bereiten mußten. Drittens kam dazu eine nicht geringepolitische Sorge. Man bestritt aus verschiedenen Gründen dieLegitimität der Söhne des Königs von Marien von Medici; solltenicht Conde, nach deren Beseitigung der nächste Thronerbe, inseiner Erbitterung gegen Heinrich sein vorgebliches Anrecht auf dieKrone mit Hülfe der Spanier geltend machen und, gestützt aufdie zahlreichen Elemente der Unzufriedenheit in Frankreich selbst,einen neuen Bürgerkrieg in dem kaum befriedeten und beruhigtenLande hervorrufen?
Von Sorge und Kummer gepeinigt, von dem Bewußtsein,daß er an der ganzen Verwickelung selbst Schuld sei, nur nochmehr gereizt, vermochte der König einstweilen keinen andern Ge-danken zu fassen, als so schleunig wie möglich durch alle ihm zuGebote stehenden Mittel Conde und dessen Gemahlin wieder inseine Gewalt zu bringen. Nachdem er von deren Entkommen
9 N8. Dcp. Cardcnao' v. 8. Juli, 29. Nov.