399
nach Landreeics gehört, schickte er sofort den Gardekapitän Praslinan den Erzherzog Albert mit Briefen, die dringend die Auslieferungjener verlangten. Ebenso wurde Peeguius ersucht, einen Erpressenan seinen Herrn zu senden, um denselben im Namen des Königsauf das ernstlichste im gleichen Sinne anzugehen. Der ängstlicheDiplomat verfehlte nicht, auch seinerseits Vorstellungen und War-nungen hinzuzufügen. Die Generalstaateu wurden durch Ver-mittelung ihres Gesandten in Paris, Aerssen, aufgefordert, denFlüchtlingen kein Asyl in ihrem Staate zu gewähren, sie vielmehrzu verhaften und an den König auszuliefern. Den Nuntius inParis, Ubaldini, forderte der letztere auf, seinen Kollegen in Brüssel,Bentivoglio, um seine guten Dienste in dieser Angelegenheit zuersuchen, und er verhehlte ihm nicht, daß er den Erzherzog, wenndieser ihm den Prinzen nicht zurückgebe, weder für einen gutenFreund noch guten Nachbarn halten, und daß er kein Mittel un-versucht lassen werde, um zu seinem Ziele zu gelangen.') Anseinen Gesandten in Madrid, Vaucelas, schickte er über Conde'sFlucht einen äußerst gewandt abgefaßten Bericht (5. Dez.), inwelchem die wahren Motive des Prinzen verschwiegen und ausKlagen über dessen Charakter und den oben angedeuteten möglichenpolitischen Gründen ein anscheinend wohl zusammenhängendesTruggewebe zur Erklärung jener Flucht hergestellt wird. Derspanische Botschafter in Paris wurde, dem entsprechend, ganz offender Mitschuld an jener Flucht angeklagt. So suchte Heinrich IV.vor aller Welt sein eigenes Vergehen zu bemänteln, sich als denGekränkten darzustellen und sich eine Basis für sein Auslieferungs-verlangen zu schaffen.
Der Erzherzog Albert wurde durch die Ankunft Conde's undder Gemahlin desselben in Belgien sehr peinlich berührt. DieserFürst war, wie erwähnt, sehr friedliebenden Charakters; er wünschte
>> Heinrich IV. an Albert und Jsabelta, 30 Nov.; I-ettr. miss. VII, 805 t.— Dep. Aerssen's v. 30. Nov.; Br. u. A. II, 405. — U8. Dep. Pequius' v.3. Dez. — VI8. Dep. Ubaldini'ö v. 4. Dez.