Band 
Dritter Theil.
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Der jiiiicher Erbsolgestreit.

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zuverlässigen und waukelmüthigen Savoyers preisgegeben waren.Je mehr der Fortgang der Unterhandlungen zeigte, daß Heinrichbei seinen eigentlichen Offensivplänen nur auf die UnterstützungSavoyen's zu rechnen habe, um so entschiedener erklärte Sully sichgegen den Krieg. Und da der König es dennoch auf denselbenankommen lassen wollte, so waren die Minister wieder über dieArt, ihn zu führen, getheilter Meinung. Villeroy betrieb zumeistdie savoyischen Pläne und wünschte das Hauptgewicht auf den Kampfin Italien zu legen, während Sully die Hauptaktion in den Nieder-landen stattfinden lassen wollte.') Die Motive, welche hierbei diebeiden Minister leiteten, sind unschwer zu erkennen. Sully wolltehauptsächlich den deutschen und holländischen Protestanten Vortheilezuwenden, Villeroy dagegen wenigstens einen katholischen Fürsten,den Savoyer, besonders unterstützt sehen und die Ketzer sich selbstüberlassen. Je mehr nun. das savoyische Projeet an Wichtigkeitund Zuverlässigkeit zunahm, desto weniger wurde Sully, desto mehrwurde Villeroy in das königliche Vertrauen gezogen. Sully war-tn dieser Frage auch von seinem Glaubensgenossen Lesdiguieresgetrennt, der einmal überhaupt kein sehr eifriger Hugenott, dannaber auch seit einiger Zeit ein besonderer Freund Karl Emanuel'sund endlich begierig war, in einem großen italienischen Kriege fürsich selbst Ruhm einzuernten. — Die ganze energisch katholischePartei in Frankreich verabscheute den Krieg, welcher im Bundemit Ketzern gegen die orthodoxen Habsburger und gegen die ortho-doxen Interessen am Niederrhein geführt werden sollte. Die Je-suiten scheuten sich nicht, im ganzen Reiche und vor dem Hofeselbst gegen den beabsichtigten Kampf zu predigen. Besonders

') Dep. Acrsscn's v. 19. Jan. u. Auf. Febr.) sowie Aerssen an Du Plessis,13. Febr. (s-ILm. et dorr. -le vupl. X. 544). Aerssen, der sonst sowohl aussubjektiven Gründen als wegen seines geflissentlichen AnschmiegenS an dieAn- und Absichten Barnevelt's sehr unzuverlässig ist, wird hier durch Fos-carini (Dep. v. 9. Febr., p. 328), Pecquius (Dep. v. 2. April, Ilenrarä 315)und selbst Nbaldini (Dep. v. 15. April) bestätigt. — Bgl. NS. Dep. Cardenas'v. 21. März nebst Apostille.