Band 
Dritter Theil.
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Viertes Kapitel.

300,000 Livres. Kanonen kann er zwar dem Herzoge nicht schicken,wohl aber eine Unterstützung in Kugeln. — Hier haben wir alsoden Beweis, daß Heinrich den Ausbruch des großen Kampfes imMai 1610 für nöthig hielt, und zugleich merkwürdige Andeutungenüber den beabsichtigten Feldzugsplan.

Nun geht die Instruktion auf den schwierigsten Punkt über:den Nutzen, welchen beide Theile aus dem bevorstehenden gemein-samen Kriege zu ziehen gedachten. Karl Emanuel hatte freilichseinen Herzenswunsch, von Frankreich die verlorenen Rhoneprvvinzcnzurückzuerhalten, ausgegeben; aber dafür wollte er die in Italienzu machenden Eroberungen allein besitzen, während der König sichmit der Beute in Flandern befriedigen müsse. Heinrich IV. da-gegen war der Ansicht, daß er für die ausgiebige UnterstützungSavoyen's durch ein französisches Heer auch einen greifbaren Vor-theil zu erhalten habe. Er überließ also in der Instruktion anBullion dem Herzoge alle Eroberungen „jenseits der Berge",Eroberungen, von denen jener den Venetianern und sonstigenitalienischen Verbündeten lediglich nach Belieben mittheilen möge.Dagegen verlangte Heinrich zum einstweiligen Stützpunkt und zurSicherheit seiner Truppen jenseits der Alpen die Einräumung derStadt und Zitadelle Pinerolo, und zwar ehe das Gros des fran-zösischen Hülfskorps das Gebirge überschritten habe. War dieUeberlassung Pincrolo's nur eine zeitweise, nur eine vorübergehendeaus dem steten Mißtrauen des Königs gegen Karl Emanuel ent-standene Vorsichtsmaßregel; so verlangte Heinrich für den Fall,daß der Herzog wesentliche Fortschritte und Eroberungen im Mai-ländischen mache, „zum Danke für seine großen Kosten" die Ab-tretung wenn nicht des ganzen eigentlichen Savoyen so dochMontmelians, der Hauptfestung dieser Provinz, welche letzteredadurch militärisch in vollkommene Abhängigkeit von Frankreichgerathen wäre.

Nicht minder zart war ein anderer Gegenstand. Heinrich IV.hatte, wie erwähnt, die Uebersiedelung des jüngsten savoyischenPrinzen,