Der julicher Erbfolgestreit.
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Thomas, nach Paris gewissermaßen als Geißel für die Treue desHerzogs gefordert. Karl Emanucl, der von den Königen auf demFuße der Gleichheit behandelt zu werden liebte, hatte dafür alsBürgschaft von Seiten Frankreich's die sofortige Entsendung MadameElisabeths, der bestimmten Braut seines ältesten Sohnes, nachTurin verlangt. Allein der französische Herrscher hatte keineNeigung, sich durch einen solchen Schritt dein Savoher gleichzustellen,noch wollte er sein sechsjähriges Kind demselben anvertrauen.Bullion hatte also die llebersicdelung der Prinzessin unter demallerdings wenig stichhaltigen Grunde abzulehnen, daß „Madamenoch zu jung und zart sei, um eine solche Veränderung in Klimaund Lebensweise mit ihr vorzunehmen."
Um das etwaige Widerstreben deS Herzogs in Betreff dieserbeiden Punkte zu beseitigen, war Heinrich sonst zu allen möglichenZugeständnissen bereit. Da der kirchlich sehr fromme Karl EmanuelBesorgnisse wegen Lesdiguieres' reformirten Bekenntnisses geäußerthatte, so wurde ihm zugesichert, daß der Marschall so viel Katholikenwie möglich unter seine Offiziere und Soldaten aufnehmen, übrigensmit seiner protestantischen Umgebung sich aller Beeinträchtigungdes katholischen Glaubens sorgfältig enthalten werde. Dem PrinzenPhilibert sollen das Hcrzogkhnm Chartrcs und anderweitige Aemterund Vortheile verliehen werden. Schließlich wurde der Savoherermähnt, den Herzog von Nemours, den Marquis von Lnllin unddie andern bestimmten Heirathsbotschaftcr so bald wie möglich nachParis zu senden, um an den Vermählnngsvertrag die letzte Handzu legen. —
Bullion beeilte sich, dem Auftrage des Königs gemäß, zuerstLesdiguieres, dann den savohischen Herzog aufzusuchen, mit demer zunächst allein verhandelt zu haben scheint. Karl Emanuelerklärte sich mit allen Bedingungen des Königs zufrieden — siewaren in der That sehr günstig für ihn — auch mit dem Ver-bleiben Madame'S in Paris. Nur in einem Punkte sträubte er
sich gegen jede Konzession: nämlich gegen irgend eine sei es vorüber-m. 30