Band 
Dritter Theil.
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Viertes Kapitel.

förderte, vergaß er nicht, dieselbe in einsichtiger und schonenderWeise zur Vermehrung der staatlichen Machtmittel zu benutzen.Zum ersten Male seit Jahrhunderten konnte man unter Heinrich IV.von einer planmäßigen und wirksamen Reichsregierung in Frank-reich reden. Die Staatsfinanzen wurden auf das Trefflichste ge-regelt, ein bedeutender Staatsschatz angelegt; und dabei verstand esHeinrich sein Land, ohne dasselbe allzu sehr anzustrengen, zum erstenMilitärstaate zu erheben, indem er zugleich das Heer fast ausschließlichauf nationaler Grundlage organisirte. Vortreffliche Generale, wieBiron, Lesdiguieres, Snlly, befehligten dieses Heer. Aber nichtblind gebrauchte er diese schneidige Waffe, sondern wo er es ver-mochte, hat dieser kriegerische Monarch die friedlichen Mittel denmilitärischen vorgezogen. Niemals hatte man ein so folgerichtiges,bis in alle Einzelheiten durchdachtes und wohlzusammenhängendesSystem der Politik gesehen, wie Heinrich IV. es begründete unddurchführte. Alan darf ihn als den Schöpfer der neuern französischenStaatsknnst bezeichnen; und wenn die ersten Jahrzehnte vonLudwig's XIV. Regierung das goldene Zeitalter der französischenDiplomatie heißen, so ist die Regierung Heinrich's IV. sicher derensilbernes. Selten wohl hat ein Staatslenker eine Reihe so ein-sichtiger, gewandter und glänzender Diplomaten um sich vereint,wie unter Heinrich es D'Ossat, Bcllievre, Jeannin, Villcroy waren.Und was die Politik Heinrich's IV. vor der Lndwig's XIV. aus-zeichnet: das ist die Mäßigung und Selbstbeherrschung, die fernvon kleinlicher Ländergier und von dem Uebermuthe des Starkensich mitten im Erfolge weise beschränkt, und, anstatt den Schwächen:zu zermalmen, ihn vielmehr als Bundesgenossen und Freund ansich kettet; welche nicht gegen, sondern mit Europa ihre letztenZiele zu erreichen sucht. Das späte Urtheil ist ja meist daraufangewiesen, den Werth politischer Unternehmungen nach derenErfolge zu messen, und dieser letzte Erfolg fehlt dem VerfahrenHeinrich's IV., weil derselbe dem Messer des Mörders gerade indem Augenblicke unterlag, wo er die Ergebnisse seiner langjährigen