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Bemühungen einsammeln wollte. Aber verschiedene Umständegestatten uns doch, Heinrich's politisches Vorgehen einigermaßenabzuschätzen. Bei seinem Tode gehörte nicht mehr der bisherigenHauptmacht, Spanien, das stolze Recht der Initiative und der Leitungder europäischen Verhältnisse, sondern Paris war der Mittelpunktdes Erdtheils geworden, und von hier erwarteten alle Völker undKabinette bangend oder hoffnungsvoll das entscheidende Wort.Von Heinrich IV. hing das Schicksal Europa's ab; er hatte zubestimmen, ob in Italien, den Niederlanden, Deutschland, an derPyrenäcngrenze Krieg oder Frieden herrschen sollte. Kurz: Heinrich I V.hatte das Uebergewicht in Europa von Spanien aus Frankreichübertragen. In der innern materiellen und geistigen Kraftentfaltungwie in der Entwickelung der äußern Machtmittel war Frankreichdein spanischen Reiche überlegen geworden. Nicht deutlicher, nichtunumwundner konnte dies anerkannt werden, als durch den unge-hemmten Jubel, mit welchem in Spanien König, Staatsmännerund Volk die Kunde begrüßten, daß sie durch den Tod Heinrich'svon dein drohenden französischen Angriffe befreit seien.
Und haben nicht Richelieu und Ludwig XIV. gerade an dem-selben Punkte wieder anknüpfen müssen, wo die vielfachen unddoch so einheitlich zusammengefaßten politischen Faden der erkaltendenHand Heinrich's IV. entsanken? Er ist der Begründer jenes vonden bourbonifchen Königen so beharrlich verfolgten Grundsatzes ge-wesen: unter den Nachbarvölkern die innere Zwietracht zu fördernund sich zum edelmüthigcn Beschützer der Schwachen gegen dieStärker» auszuwerfen, das heißt im Grunde vermittelst des um-fassenden Bündnisses der kleinen Staaten die großen zu bekämpfenund zu demüthigen, die allein die Nebenbuhler von Frankrcich'sMacht sein konnten. Die Vertheidigung der Schwachen war derschimmernde Vorwand; der wahre Zweck, Frankreich zu dein alleinmächtigen Staatswesen in Europa zu erheben. Aber selbst bis inalle Einzelheiten läßt sich diese Nachahmung Heinrich's durchRichelieu, Mazarin, Ludwig XIV. verfolgen. Sie suchten wie er