Band 
Dritter Theil.
Seite
492
JPEG-Download
 

492

Viertes Kapitel.

Italien dem spanischen Einflüsse zn entreißen; wie er die Nieder-lande mit Güte oder Gewalt, mittelbar oder direkt, an Frankreichzu fesseln; wie er die nördlichen Provinzen Spanien's zum Auf-stande zu bringen: wie er zugleich die protestantischen Fürsten Deutsch-lands gegen das Kaiserthum zu unterstützen, immer unter demselbenschonen Vorgeben, „die germanische Freiheit" wider die „Tyrannei"des Hauses Oesterreich vertheidigen zu wollen.

Kann es ein besseres Zeugniß für das von Heinrich geschaffeneWerk geben, als daß seine unfähigen und schwächlichen unmittel--baren Nachfolger dasselbe nicht zu erschüttern vermochten?. Sokonnten die beiden Kardinäle und der „große König" ohne Weiteresauf dieser festen Grundlage und ganz nach diesem Plane weiterbauen.Sie sind gewissermaßen die späten Vollstrecker von Heinrichs IV.politischein Testamente, und gut wäre es für Europa und nichtam wenigsten für Frankreich selbst gewesen, wenn sie mit derKühnheit, Großartigkeit und Festigkeit ihrer Absichten auch Heinrich'sRuhe, Selbstbeschränkung und menschliches Wohlwollen verbundenhätten.