Band 
Dritter Theil.
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Beilage.

wie sie in den obigen Angaben Sully's enthalten sind. ganz unverzeihlich. zu-mal da er bei diesen Vorgängen eine hervorragende Rolle gespielt haben will!In der That stellt sich bei einer Vcrglcichung mit der Erzählung Aubigne's<1. Il cb. 22, t. III, p. 182) heraus, daß Sully diesen einfach ausgeschriebenund nur überall die Erwähnung seiner eigenen Person hinzugefügt hat. Haltenwir diese Thatsache fest: sie wird uns einen Wink in betreff der Entstehungdes „großen Planes ' gebe». — Man wird aber zugestehen, daß bei einer solchenSachlage man nur annehmen kann, Sully sei zu jener Zeit nicht in der Um-gebung Hcinrich's IV., geschweige denn in dessen Vertrauen und steter Beglei-tung gewesen!

Eine der kecksten Erdichtungen Sully's aber ist die angebliche Errichtungeines Onseit Ue rnison durch die Gcneralstände von Roucn <1596), welcherdie Staatseinkünfte mit dein Könige zur Hälfte zu theilen und die ihm, übcr-wiesene Hälfte zur selbständigen Tilgung der Staatsschulden zu verwendenhaben sollte. Hiervon findet sich bei Thou, der uns die, übrigens gedruckten,Beschlüsse der Stände in weitläufigem Auszuge mittheilt, ebenso wenig wie beiirgend einem andern Schriftsteller der Zeit nur ein Wort. Sully hat offenbarden Lonseit cte raisnn nur erfunden, um an demselben und gegen ihn seineeigene Ueberlegcnhcit und unvergleichliche Geschicklichkcit in Finanzsachcn dar-zuthun! Er läßt durch seine Schlauheit den Lonseil <le raisnn nach nur zwei-monatlichem Bestände ein schmähliches Ende nehmen (cbup. I.XXIII). Manwird zugestehen, daß diese Dinge — eine so wichtige Einrichtung und ihrSchicksal — sorgfältigen und tbcilweise mit offiziellen Quellen arbeitendenSchriftstellern, wie 'Iknu, 1'bXtoile, Vlaltkieu, palma-Laz-et, nicht hätten ent-gehen können: wenn sie nicht eben in's Fabelreich gehörten.

Hierhin sind denn auch die Erzählungen Sully's zu verbannen, welche Pros.M. Ritter ja. a O. S. 32) als Beweise für dessen Lügenhaftigkeit anführt. „Maumöge", sagt dieser Gelehrte, „in den Oeccmnmie-: ck'bXwt (nach Michaud's AusgabeI, S. 402) die komische Erzählung lesen, wie der Baron dc Lup, der GenosseBiron's, der sich der Gnade des Königs ergeben will, von Nosny s-Sully)empfangen wird, dann aber den Beweis von Rosny's Alibi aus dem BriefeHeinrich's in den I.ettres mwsives V, S. 689, entnehmen. Man möge fernermit dem Bericht der Oecnnomios ,1'bXtat >1. Seite 513 fg.) über den Streitzwischen Rosny und dem Grafen von Soissons den Brief, welchen Heinrich am26. August >603 an den Grafen schrieb, vergleichen (I.ettr. mi»». VI, S. 157),oder die Berathung, die nach der Flucht des Prinzen von Conde gehalten wurde,erst nach der aus diplomatischen Berichten geschöpften Darstellung von 8irlt^Ismoeie recomlite, Ausg. von 1676, II, S. 81 fg.) und dann nach der Er-zählung in den Oeco,iomie5 ,I'I>Xtat <11, S. 308 fg.) studiren." —

Aber alles dies ist noch nicht das Schlimmste; viel ärger ist die Fälschungund vollständige Erdichtung von Aktenstücken, die Sully ohne irgend einBedenken für seine Zwecke vornimmt mit einer Keckheit, die wirtlich ihres Gleichensucht. Herr Jules Loiseleur hat (Idavalllao et ses Lmnplict», Paris 1873)mit fast übermäßigem Aufwande von Beweisen vollständig dargcthan, daß derangebliche Brief La Varenne's an Sully über den Tod der Gabriele d'Estre'es,wie ihn Sully mittheilt, durchaus erfunden ist, um seinen Gegner Zamet der