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Vergiftung jener Dame zn beschuldigen; und nicht minder ein Brief der KöniginMargarethe an Sully vom 29. Juli 1599 <a. a. O- S. 229. 233). Und dochist Loiselenr so wenig ein Gegner der Sully'schen Memoiren, daß er — wunder-bar genug nach solchen Entdeckungen! — seine ganze Ansicht über die ver-meintliche Verschwörung Epernon's gegen das Leben Heinrich s IV. auf dieAngaben Sully's begründet (vergl. oben S. 483 Anmerk.j. — Erdichtet sindferner der Brief Elisabeth'-; an Heinrich IV. im Jahre 1601 und die ganzeErzählung von der Gesandtschaft Sully's an Elisabeth, die sich daran schließt(s. Heinrich IV. u. Philipp III., I, S- 207, Anm. 1 n. UUier a. a. O., S. 33,Anm. 1); erdichtet oder theilweise verfälscht die Depeschen Sully's von seinerGesandtschaft bei Jakob I. im Jahre 1603 lHeinrich IV. und Philipp III.,I., S. 363 I. u. Iditter, S. 34 U.); erdichtet das Schreiben Hcinrich's IV. anSully über den Verrath Hoste's im Jahre 1604, daS den von Sullv arg be-neideten Villeroy der Theilnahme an jenem Verrathe beschuldigt lHeinrich IV.und Philipp III., I, S. 325 ff.); erdichtet der Briefwechsel zwischen Sully,dem Könige und einigen Ministem über die Bouillon'sche Verschwörung <1605)und zwar nur, nm Sulln als den Hauptleiter der Untersuchung darzustellenjvergl. ebendas. II, 245 I.)! Daß bie ganzen unendlichen Ausführungen Sullv'süber den „großen Plan" mit zahllosen Aktenstücken rein erdichtet sind, hat Rit-ter hinreichend nachgewiesen. Wir fügen noch hinzu, daß der Brief des Erz-herzogs Albert an den König vom 13. Mai 1610 bei Sully in der lächerlichstenWeise verstümmelt und verfälscht ist (vgl. Ilenrarcl 138 k.).
Und nicht anders verhält es sich mit den finanziellen Uebersichten, die Sullyaufstellt. Hier sollte man die reichlichste Belehrung erwarten, da Sullv alsFinanzminister alle staatlichen Urkunden über diesen Gegenstand zu Gebote stan-den. Aber davon ist nicht die Rede. Sei es Unachtsamkeit, sei es böser Wille,Sullv setzt alles derart in Verwirrung, daß auch nicht eine einzige Tabelle zugebrauchen ist. Zunächst stimmt niemals die Summe mit den einzelnen Fak-toren, aus denen sie zusammengesetzt ist. Das komischste Beispiel dieser Artist vielleicht die Uebersicht über die Einkünfte der französischen Könige <?et>tot II,VIII. 467 kk.), wo bei jedem Herrscher erst die Summe im allgemeinen an-gegeben ist, und dann eine detaillirtc Uebersicht folgt, deren Facit aber immer einanderes ist: z. B. Karl VIII. erst 4,461,619, dann 3,561,719 Livres; Ludwig XII.erst 4,865,617, dann 4,867,020 L.; Franz I. erst 14,044,115, dann 13,897,593 L.und so fort. Dies ist nur ein Beispiel unter mehreren Dutzenden. Aber auchdie an verschiedenen Orten gemachten Angaben über dieselben Beträge stimmenniemals mit einander überein. So giebt er als Kosten des Fußsoldaten fürdie Armeen des Jahres 1610 VIII. 346: 18 Livrcö monatlich, IX. 66 aber21 Livres monatlich an, für den Reiter VIII. 346: 50 L., IX. 66: 60 L.Nicht minder differiren von einander die verschiedenen Angaben über den Be-trag der von dem Staate zurückgekauften Renten und Domänen, der 1605<VI. 380) schon zu 90 Millionen Livres, 1610 aber nur zu 60 Millionen<VII. 473) und dann wieder <IX. 64) zu 80 Millionen fipirt wird. Ist aufsolche Daten auch nur der mindeste Verlaß t!
Wir sehen, daß die finanziellen Angaben Sully's ebenso wenig zu ver-werthen sind, wie seine politischen.
m.
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