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Erstes Buch. Erster Abschnitt.
Die Hypothese, mir zu üppig entwickelt, erstreckt sich bereitsüber den ganzen Kreis der Naturvorgänge; allein sie scliliesst nicht,wie es bei einseitiger Betrachtung der epikureischen Philosophie er-scheinen könnte, die rastlose Forschung aus.
Diese Forschung ist einem Stande anheimgefallen; der grosseProcess der Differenzirung hat unter den Nationen des Alterthumsseinen Gipfel erreicht. Auf wenigen Geistern ruht das ganze Gebäudedes wissenschaftlichen Fortschrittes, und die gähreuden Massen ver-sagen zuletzt rein gestimmte Schüler und verschlingen den Keim,der für sich betrachtet gerade in der gedeihlichsten Entwickelung ist.
Betrachtet man die Erdtafel des Ptolemäus, so findet manfreilich noch das fabelhafte Südland, welches Afrika mit Hinterindienverbindet und den indischen Ocean zu einem zweiten und grösserenMittelmeer macht; allein Ptolemäus giebt dies Land nur als Hypo-these; und wie sauber sieht es bereits in Europa und den näherenTlieilen von Asien und Afrika aus! Längst war die Kugelgestaltder Erde allgemein angenommen. Eine methodische Ortsbestimmungdurch Längen- und Breitengrade bildet ein festes Gerüst zur Be-hauptung des Errungenen und Einfügung aller neuen. Entdeckungen.Selbst der Umfang der ganzen Erde ist schon nach einer sinnreichenSternbeobachtung abgeschätzt. Lief hierbei ein Irrthum unter, sowar es eben dieser Irrthum, welcher zur Entdeckung Amerikas führte,als Columbus, auf Ptolemäus fussend, den westlichen Seeweg nachOstindien suchte.
Schon lange vor Ptolemäus hatten die riesigen Forschungendes Aristoteles eine Fülle von Kenntnissen über die Thier- undPflanzenwelt naher und ferner Länder verbreitet. Genaue Be-schreibungen, anatomisches Erforschen des inneren Baues der orga-nischen Körper bildete die Vorstufe zu einer zusammenfassenden Be-trachtung der Formen, die, von den niedersten zur höchsten hinauf,als eine fortlaufende Bethätigung gestaltender Kräfte erfasst wurden,welche im Menschen endlich das vollendetste Gebilde der Erde dar-stellen. Liefen auch zahlreiche Irrthümer hier noch mit unter, sowar doch, so lange der Geist fernerer Forschung anhielt, die Basisvon unendlichem Werth. Alexanders Eroberungszüge im Orient kamender Bereicherung der Wissenschaften zu gut und befreiten und er-weiterten den Gesichtskreis durch Vergleichung. Alexandrias Fleissmehrte und sichtete das Material. Als daher der ältere Plinius inseinem allumfassenden Werk das Ganze der Natur und Cultur zur