ZWEITER ABSCHNITT.
Die Uebergangszeit.
monotheistischen Religionen in ihrem Verhältnis» zumMaterialismus.
Untergang der alten Oultur in den ersten Jahrhundertender christlichen Zeitrechnung ist ein Vorgang, dessen ernste Räthselzum grossen Theile noch ungelöst sind.
Wie schwierig es auch ist, die verworrenen Vorgänge der römischenKaiserzeit in ihrem grossen Massstabe zu überblicken und sich anden hervorstechenden Thatsachen zu orientiren, so ist man doch nochungleich weniger im Stande, die Wirkung der kleinen, aber unendlichvervielfachten Veränderungen im täglichen Verkehr der Nationen, im.Schoss des niederen Volkes, am Herd obscurer Familien des Landeswie der Städte in ihrer vollen Ausdehnung zu würdigen.
Und doch ist so viel gewiss, dass eben aus den unteren undmittleren Schichten der Weltbevölkerung allein jene grosse Umwälzungzu erklären ist.
Man hat sich leider gewöhnt, das sogenannte Entwickelungsgesetzder Philosophie als eine eigne, fast mystisch wirkende Kraft anzu-sehen, die vom Gipfel der Erkenntnis» mit Nothwendigkeit in dieNacht des Aberglaubens zurückführt, um sodann unter neuen undhöheren Formen ihren Kreislauf wieder zu beginnen. Es ist mitdieser Triebkraft der Völkerentwickelung wie mit der Lebenskraftder Organismen. Sie ist vorhanden, aber eben nur als die Resul-tirende aller einzelnen natürlichen Kräfte; ihre Annahme erleichtert
I. Die
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